{"id":1623,"date":"2015-01-27T10:53:26","date_gmt":"2015-01-27T09:53:26","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=1623"},"modified":"2015-01-27T12:09:18","modified_gmt":"2015-01-27T11:09:18","slug":"viel-feucht-doch-auch-etwas-froehlich-698-km-seit-sydney","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=1623","title":{"rendered":"Viel feucht, doch auch etwas fr\u00f6hlich\u2026  \u2013  698 km seit Sydney"},"content":{"rendered":"<p>Aus dem einen Pausentag in Forster werden unplanm\u00e4\u00dfig zwei, denn als wir gerade unser Zelt zusammengepackt haben, entladen sich die \u00fcber uns h\u00e4ngenden grauen Wolken in einem Platzregen.<!--more--> Nachdem wir etwa 2 Stunden vergebens auf ein Nachlassen der von oben herabst\u00fcrzenden Wassermengen gehofft haben und das uns empfohlene super-duper Wetter-App keinerlei Besserung f\u00fcr diesen Tag vorhersagt, entscheiden wir uns f\u00fcr Plan B: Maria von der Touristinfo in Forster zaubert uns eine nette kleine \u201eUnit\u201c herbei, in der es ein Schlafzimmer, eine K\u00fcche mit Essbereich und ein Badezimmer gibt &#8211; so viel Platz und nur f\u00fcr uns! Als am Nachmittag entgegen allen Erwartungen der Himmel wieder aufzieht, sehen wir auf einem kurzen Abstecher an den Creek &#8211; so etwas wie eine Flussm\u00fcndung, Delfine unter der Br\u00fccke hindurchschwimmen. Ein sch\u00f6nes Geschenk!<\/p>\n<p>Wir nutzen den Tag zus\u00e4tzlicher Pause zum Ausmisten. Wir haben zu viel Zeug im Gep\u00e4ck. Auch wenn ich unbedingt zu den Radelreisenden z\u00e4hlen wollte, die nichts nach Hause schicken, bringen wir ein Paket mit stolzen 4,5 kg auf die Post. Darin ist u.a. ein gutes, aber viel zu schweres Fernglas f\u00fcr die Wale, die wir ohnehin fr\u00fchestens in einem halben Jahr zu sehen bekommen und ein Stativ, das wir seinerzeit auf dem Mercado in Addis Ababa gekauft hatten. Aber da hatten wir auch ein gro\u00dfes gro\u00dfes Auto dabei\u2026 Doch aus emotionalen Gr\u00fcnden k\u00f6nnen wir es nicht einfach so entsorgen, es muss heim. Das Flora- und Fauna-Buch ist zwar auch recht gewichtig, doch haben wir es in den paar Tagen, die wir jetzt unterwegs sind, immer mal wieder zur Hand genommen. Zum Beispiel gleich in Sydney, als allabendlich eine ganze Schar Flying Foxes &#8211; riesige Flughunde &#8211; die wohl sehr schmackhaften Figtrees am Campsite aufgesucht hat. Ein sehr beeindruckendes und auch ger\u00e4uschvolles Schauspiel.<\/p>\n<p>Deutlich erleichtert geht es weiter in Richtung Norden. Wir radeln ein ganzes St\u00fcck den Pacific Highway entlang, auf dessen gutem Asphalt wir z\u00fcgig vorankommen. Trotz dem nun leichteren Gep\u00e4ck merkt man den Unterschied der verschiedenen Stra\u00dfenoberfl\u00e4chen deutlich in den Beinen und an der Geschwindigkeit. Mittags mal wieder ein Regenschauer &#8211; gl\u00fccklicherweise auch gerade eine Br\u00fccke zum Unterstellen &#8211; und auch der n\u00e4chste Tag ist regenreich. Wer h\u00e4tte gedacht, dass es in Australien so viel und so heftig regnet. Das Zelt konnten wir gerade noch halbwegs trocken verstauen, doch nach 3 \u00bd Stunden und guten 50 km im str\u00f6menden Regen entscheiden wir uns in Port Macquarie angekommen, doch lieber f\u00fcr ein trockenes Motel-Zimmer mit hei\u00dfer Dusche und gen\u00fcgend Platz zum Trocknen der tropfnassen Klamotten. Zumindest die Packtaschen halten ihr Versprechen der Wasserdichtigkeit, doch irgendwie f\u00fchlen wir uns wettertechnisch ausgebremst. Die dicken Regenwolken bleiben und so bleiben auch wir noch einen weiteren Tag im Motel-Zimmer. Die Regenpause nutzen wir, um dem ortsans\u00e4ssigen Koala-Hospital einen Besuch abzustatten und erfahren bei einer F\u00fchrung viel \u00fcber die pelzigen \u201eFaultiere\u201c, die von den t\u00e4glichen 24 Stunden etwa 19 Stunden nahezu regungslos verbringen, da die aus Eukalyptus bestehende Nahrung einfach nicht mehr Energie liefert. Im Hospital werden vor allem im Stra\u00dfenverkehr und durch Hunde verletzte Koalas &#8211; das sind allein in dieser Region zwischen 200 und 300 Tieren pro Jahr &#8211; medizinisch versorgt und nach ihrer vollst\u00e4ndigen Genesung wieder ausgesetzt. Die Arbeit des Hospitals macht einen sehr f\u00fcrsorglichen, aber vor allem respektvollen Eindruck, denn der Kontakt zwischen Mensch und Tier bleibt auf das gerade Notwendigste beschr\u00e4nkt, um das Auswildern der Koalas nicht zu gef\u00e4hrden. Wir erfahren noch so allerlei Interessantes, so etwa, dass Koalas nur 60 der insgesamt 700 verschiedenen Eukalyptusarten fressen, 30 bis 40 m hoch klettern und im Gegensatz zum Menschen in jungen Jahren grau sind und erst im Alter ein braunes Fell bekommen.<\/p>\n<p>Am kommenden Tag macht der Regen eine Pause und der beginnende Morgen verspricht einen hei\u00dfen Tag. Das Thermometer zeigt um 10:00 Uhr bereits 34,5 Grad an, um 10:30 Uhr sind es dann schon 37\u00b0 und am Mittag \u00fcber 40\u00b0. Ganz sch\u00f6n hei\u00df zum Radeln, doch besser als Regen. Der l\u00e4sst jedoch nicht lange auf sich warten. Wir haben uns entschlossen, einen kleinen Abstecher von der K\u00fcste zu machen und \u00fcber das nette St\u00e4dtchen Bellingen den Waterfall Way hinauf bis zum Dorrigo National Park zu fahren. Dieser liegt an der Great Dividing Range, der \u00f6stlichen Gebirgskette und wartet mit einem kleinen Fleckchen subtropischem Regenwald auf, der nur noch 3% der Gesamtfl\u00e4che Australiens einnimmt und daher als World Heritage Area unter dem Schutz der UNESCO steht. Doch was w\u00e4re ein Regenwald ohne Regen. So haben wir gerade mal die H\u00e4lfte des wirklich knackigen Anstiegs mit unseren voll bepackten R\u00e4dern geschafft, als sich die Himmelschleusen wieder \u00f6ffnen. So sind wir froh, dass sich auch in dem kleinen, aber durchaus lebendigen \u00d6rtchen namens Dorrigo ein trockenes Motel-Zimmer mit hei\u00dfer Dusche und gen\u00fcgend Raum zum trockenen unserer mal wieder v\u00f6llig durchn\u00e4ssten Sachen findet. Das hatten wir uns ehrlich gesagt nun doch alles etwas anders vorgestellt. Da der Regen auch am folgenden Tag nicht nachgeben will, geben wir nach und radeln in ihm zum National Park um im Rainforest, dem Wald der seinem Namen alle Ehre erweist, zu wandern. Die Runde bleibt jedoch klein, da uns die ebenfalls kleinen, aber doch sehr hartn\u00e4ckigen Blutegel zu sehr zu m\u00f6gen scheinen. Sie sind zwar mehr oder weniger harmlos, doch wenn sich pro Schuh 3-4 solcher Plagegeister langsam an einem hocharbeiten, ist der Blick mehr auf den Boden als auf die gigantische Kulisse des Regenwaldes gerichtet. Dennoch sind wir tief beeindruckt von dieser sagenhaften Natur und hoffen, dass niemand mehr Gartenm\u00f6bel aus Tropenholz kaufen wird.<\/p>\n<p>Was gab es sonst noch? Nach inzwischen schon drei toten und obendrein \u00fcbelriechenden K\u00e4ngurus, die einen gleich mal etwas kr\u00e4ftiger in die Pedalen treten lassen um schneller weg zu kommen, haben wir endlich auch die ersten lebenden gesehen! Da hoppelte etwas durch\u00b4s Feld, das im ersten Moment wie ein Golden Retriever aussah. Doch irgendetwas stimmte nicht. So springt kein Hund. Nein, so springt nur ein K\u00e4nguru!<\/p>\n<p>Und dann waren da noch die Scharen von bunten Papageien, die sich in der Abendd\u00e4mmerung laut schnatternd in den Palmen von Port Macquarie versammelten, gefolgt von Hunderten von Flying Foxes, die auf dem Weg zu ihren n\u00e4chtlichen Futterpl\u00e4tzen \u00fcber die Stadt hinwegzogen.<\/p>\n<p>Soviel aus dem Regen. Der soll auch morgen nicht nachlassen, doch wir wollen weiter. Hoffentlich wartet am Ende des Tages eine sonnige \u00dcberraschung auf uns \u2013 oder eben nochmal ein trockenes Motel-Zimmer\u2026<\/p>\n<p>Und zu guter Letzt wollen wir die Gelegenheit nutzen, uns f\u00fcr all die netten Kommentare und mails zu bedanken, die uns erreichen und uns sehr freuen, auch wenn wir nicht immer im Einzelnen darauf antworten [k\u00f6nnen]!<br \/>\nngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem einen Pausentag in Forster werden unplanm\u00e4\u00dfig zwei, denn als wir gerade unser Zelt zusammengepackt haben, entladen sich die \u00fcber uns h\u00e4ngenden grauen Wolken in einem Platzregen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1638,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-1623","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-australien-2015"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1623"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1641,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623\/revisions\/1641"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}