{"id":1647,"date":"2015-02-02T09:38:17","date_gmt":"2015-02-02T08:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=1647"},"modified":"2015-04-08T03:08:06","modified_gmt":"2015-04-08T02:08:06","slug":"die-1-000er-marke-ist-geknackt-dorrigo-bis-byron-bay-1023-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=1647","title":{"rendered":"Die 1.000er Marke ist geknackt, Dorrigo bis Byron Bay \u2013 1023 km"},"content":{"rendered":"<p>Gestern haben wir die 1.000 km- Marke geknackt. Zeit, um ein bisschen Res\u00fcmee zu ziehen und Zeit f\u00fcr ein bisschen Statistik.<!--more--><\/p>\n<p>Von Dorrigo geht es durch traumhaft sch\u00f6nen Regenwald auf kleinen Stra\u00dfen mit \/ ohne Teer bis nach Grafton, eine Stadt die einiges westlich der K\u00fcste liegt und somit auch etwas weg von den touristischen Wegpunkten.  Das Wetter ist nach wie vor durchwachsen, mit Regenschauern und teils heftigen Regen gespickt. Wir fahren durch Landschaften, die an das Allg\u00e4u erinnern, oder besser bei Regen noch zu Schottland passen k\u00f6nnten. Mit einer Zwischen\u00fcbernachtung erreichen wir Grafton, dort finden wir unseren \u00dcbernachtungsplatz bei dem \u201eGrafton Greyhound Racing  Club\u201c \u2013 einem Verein, der sich mit Windhunderennen besch\u00e4ftigt und nebenbei f\u00fcr eine geringe Geb\u00fchr Camper auf seiner Vereinswiese \u00fcbernachten l\u00e4sst. Eigentlich wollen wir am n\u00e4chsten Morgen gleich weiter, es zeigt sich jedoch, dass an diesem Morgen Trainings mit Windhunden stattfinden, so bleiben wir und haben Gelegenheit, die einzelnen Rennen zu beobachten, sehr interessant. Da die Australier den Engl\u00e4ndern in der Wettleidenschaft wahrscheinlich nichts hinterher stehen, sind diese Rennen sehr popul\u00e4r. Unser weiterer Weg soll uns wieder zur\u00fcck zur K\u00fcste f\u00fchren, in Ballina \u2013 direkt am Pazifik \u2013 haben wir unsere erste \u201ewarmshowers.org\u201c Verabredung. \u201eWarmshowers\u201c = warme Dusche, ist eine Plattform speziell f\u00fcr Radfahrer, auf der Mitglieder (Radfahrer) eine warme Dusche, ein Bett und andere Annehmlichkeiten f\u00fcr andere reisende Radfahrer zur Verf\u00fcgung stellen. Wir haben uns mit Michael f\u00fcr Samstag sp\u00e4ter Nachmittag verabredet und fahren den Pazifik Highway, um Strecke zu machen. Gegen Freitagabend sind wir irgendwo auf dem Highway und entscheiden uns f\u00fcr eine \u00dcbernachtung an einem einfachen Parkplatz, da die n\u00e4chsten Orte zu weit weg sind um diese noch zu erreichen. Wasser und Lebensmittel haben wir noch, so verbringen wir die Nacht eher schlecht als recht neben dem Highway mit schlafst\u00f6rendem Verkehrsl\u00e4rm. Als wir am Samstag den Highway verlassen um die letzten 30 km auf einer wunderbar sch\u00f6nen Nebenstra\u00dfe entlang eines Flusses zu radeln, begegnen wir Jackie, besser gesagt: Wir fahren an seinem Boot vorbei und sind so neugierig, dass wir anhalten und fragen, ob wir uns das alles n\u00e4her anschauen d\u00fcrfen. Jackie ist ein \u00e4lterer Herr mit nur einem gesunden Arm und baut seit 11.09.2001 (am Tag der New York-Anschl\u00e4ge hat er zuf\u00e4lligerweise begonnen) an einem Hausboot. Mit berechtigtem Stolz erz\u00e4hlt er uns, dass er alles selber macht und er im \u201escrab\u201c (Schrott) seine Materialien findet. Auf die Frage, wann denn der Stapellauf geplant sei, wei\u00df Jackie keine Antwort. Es ist Ihm nicht so wichtig, wann das Boot fertig sei, er kann es nicht so planen, denn schlie\u00dflich ist er auch oft innerhalb Australiens mit seiner Frau unterwegs.<br \/>\nWir erreichen gerade noch rechtzeitig Ballina, bevor der Himmel seine grauen Schleusen \u00f6ffnet und ein wolkenbruchartiger Regen f\u00e4llt. F\u00fcr uns nichts Neues mehr, denn wir haben schon gelernt: Von strahlend blauem Himmel bis zur grauen, wolkenverhangenen Decke dauert es nicht lange. Noch k\u00fcrzer ist dann der Abstand bis zu sinnflutartigen Regenf\u00e4llen. Apropos: Jetzt gerade im Moment wo ich diese Zeilen tippe, sitzen wir unter einem \u00fcberdachten Picknickbereich auf einem Campingplatz und freuen uns, dass wir ein Dach \u00fcber dem Kopf haben, denn es tobt ein heftiger Wolkenbruch. Zur\u00fcck nach Ballina: Michael, seine Frau Jacky und seine Tochter Michaela empfangen uns herzlich, wir f\u00fchlen uns gleich willkommen. Michaels Frau ist in Uganda geboren und aufgewachsen, hat lange Zeit in Kampala f\u00fcr die Jane Goodall Organisation gearbeitet und so haben wir gleich gemeinsame Themen. Es wird ein sch\u00f6ner Abend mit netten Gespr\u00e4chen und vielen Informationen f\u00fcr unsere weitere Strecke. Der n\u00e4chste Morgen beginnt mit echtem Kaffee aus Uganda \u2013 was f\u00fcr ein Genuss. Danach folgt die L\u00f6sung zu einer lange gehegten Frage: Seit wir unterwegs sind, hadern wir mit dem Gewicht der R\u00e4der, haben jedoch nicht im Geringsten eine Ahnung, welches Gewicht wir bei jeder Kurbelumdrehung bewegen. Michael hat eine Waage, so kommt nun das gro\u00dfe Wiegen: Nicole\u00b4s Rad wiegt mit Gep\u00e4ck 54 kg. 20 kg wiegt ein Rad leer, d. h. Gep\u00e4ck incl. 2,3 l Wasser = 34 kg. Uwe\u00b4s Rad wiegt 64 kg, d. h. Gep\u00e4ck incl. 3,0 l Wasser = 44 kg. Mit der Zeit werden wir sicherlich noch Einiges \u201eausmisten\u201c, im Moment ist uns noch nicht ganz klar was. Michael und seine Tochter begleiten uns noch ein St\u00fcckchen mit dem Rad und zeigt uns das angenehme St\u00e4dtchen Ballina, bevor wir uns auf den Weg nach Byron Bay machen. Wir wollen eigentlich schon fr\u00fch los, sehen jedoch von der Br\u00fccke aus Delfine \u2013 ganz nah. F\u00fcr Nicole hei\u00dft das nat\u00fcrlich: Oberste Priorit\u00e4t! So kommen wir zwar erst gegen ein Uhr los, aber Byron Bay ist nur 40 km entfernt. Der allgemeinen Information nach ist Byron Bay nicht nur der \u00f6stlichste Punkt von Australien, sondern auch ein \u201ehealing place\u201c \u2013 ein Ort der Heilung, der zu Zeiten der Aborigines ein heiliger und besonderer Ort gewesen sei. Der Ort steht heute eher im Ruf, ein Surfer hot spot zu sein und auch die alternative Szene w\u00e4re hier vertreten, ein bei Backpackern beliebtes Ziel. Wir fahren rein und sind geschockt: L\u00e4rm, Enge, laute Musik, f\u00fcr mich hat der Ort eher etwas mit Ballermann zu tun als mit \u201ehealing place\u201c. Wir entscheiden uns, wieder sechs Kilometer zur\u00fcck zu fahren, auf einen idyllisch gelegenen Campingplatz am Meer. Hier machen wir nun unseren Pausentag \u2013 und Regentag.<br \/>\n<strong>Das \u201eUnterwegssein\u201c im australischen Autoverkehr:<\/strong><br \/>\nViele Unkenrufe haben wir geh\u00f6rt, was das Verh\u00e4ltnis der Australier zu Radfahrern betrifft. Wir k\u00f6nnen es \u2013 zum Gl\u00fcck \u2013 bisher nicht best\u00e4tigen. Im Gegenteil. Schon \u00f6fter ist es uns passiert, dass ein Autofahrer im Vorbeifahren den nach oben gestreckten Daumen aus dem Fenster zeigte, oder uns Zurufe erreichten wie \u201ebrave guys\u201c, \u201ewell done\u201c oder \u00c4hnliches.<br \/>\n<strong>Australiens Englisch:<\/strong><br \/>\nSchon vor unserer Landung hatte ich mich insgeheim gefragt: Wann werde ich es zum ersten Mal auf der Reise h\u00f6ren? Das legend\u00e4re <strong>\u201eno worries\u201c<\/strong> der Australier. Schon beim Zoll sollte ich es h\u00f6ren, als der Beamte die Fahrr\u00e4der untersuchte und meinte: \u201eno worries\u201c. Wie kann man es \u00fcbersetzen? Am besten bayrisch mit: \u201ePasst scho\u201c. Gleiche Bedeutung und man h\u00f6rt &#8211; und spricht es &#8211; st\u00e4ndig. No worries.<br \/>\n<strong>\u201epushbike\u201c<\/strong>: Am Anfang sagten wir immer, dass wir mit dem Bike unterwegs sind, nun wissen wir, dass wir stolz sagen k\u00f6nnen, wir seien mit dem pushbike unterwegs. Das Fahrrad ist das pushbike, andere bikes sind Motorr\u00e4der.<br \/>\n<strong>\u201efruitcake\u201c<\/strong>: Was ich als Fr\u00fcchtekuchen bezeichnen w\u00fcrde, hat hier eine andere Bedeutung. Ganz einfach: Ein \u201efruitcake\u201c ist jemand, der \u201eeinen an der Waffel\u201c hat.<br \/>\n<strong>\u201eLiquid sunshine\u201c<\/strong>: Unser Campingplatzbetreiber erkl\u00e4rt uns gerade, das Wetter sei gar nicht so schlecht. Die Australier bezeichnen Ihren Sommerregen halt einfach als \u201eliquid sunshine\u201c (fl\u00fcssigen Sonnenschein).<br \/>\n<strong>Statistik:<\/strong><br \/>\nIm Januar haben wir 25 Tage in Australien verbracht, davon waren 15 Fahrtage, 1 Ankommenstag, 3 Erledigungstage in Sydney, 2 Sightseeing-Tage in Sydney, 1 Pausentag, 3 Zwangspausentage wegen Regen. Im Januar sind wir 957 km gefahren, das entspricht rund 63 km je Fahrtag.<br \/>\n<strong>Res\u00fcmee:<\/strong><br \/>\nDie Tour macht bis jetzt sehr viel Freude, wohl wissend, dass es erst der Anfang ist. Ich will es mal mit Nicoles Worten sagen: \u201eEs ist ein Tag nach dem Anderen\u201c. Oder wie Beppo Stra\u00dfenkehrer in dem M\u00e4rchen \u201eMomo\u201c zu sagen pflegte: Besenstrich f\u00fcr Besenstrich. \u201eWenn ich eine lange Stra\u00dfe zu fegen habe, wei\u00df ich gar nicht, wie ich die ganze Stra\u00dfe fegen k\u00f6nnte. Wenn ich jedoch nur den jetzigen und den n\u00e4chsten Besenstrich sehe, habe ich die Stra\u00dfe gefegt und wundere mich, wie schnell es geht\u2026\u201c<br \/>\nngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern haben wir die 1.000 km- Marke geknackt. 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