{"id":201,"date":"2013-12-18T10:54:21","date_gmt":"2013-12-18T09:54:21","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.einfachgluecklichsein.info\/?p=201"},"modified":"2014-07-25T13:15:05","modified_gmt":"2014-07-25T12:15:05","slug":"die-magrietjies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=201","title":{"rendered":"Die Magrietjies"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind in Naboomspruit oder besser gesagt in Mookgophong, wie die nette Kleinstadt in S\u00fcdafrikas Norden nun seit einigen Jahren hei\u00dft. Da ist sie wieder, die doppelte Welt. Wei\u00dfer Name, schwarzer Name, gleiche Bedeutung. \u00c4hnlich wie Chemnitz und Karl-Marx-Stadt? Vielleicht auch anders. Wir sind hier, um unseren Freund Lodie zu besuchen, wir hatten uns auf unserer Transafrikareise 2008 in \u00c4thiopien kennen gelernt. Lodie fuhr auch von Deutschland nach S\u00fcdafrika, mit seinem Motorrad. Obwohl wir uns sehr freuen, Lodie wieder zu sehen, so schwingt doch etwas Beklemmung mit, denn wir wissen seit einiger Zeit, dass Lodie Krebs hat. Nur, wie geht man damit um, als Besucher? Unsere Bedenken l\u00f6sen sich sogleich in Luft auf, als wir ankommen und uns so herzlich begr\u00fc\u00dfen als w\u00e4ren zwischen unserem Wiedersehen nur Wochen und nicht Jahre vergangen.<\/p>\n<p>Wir erleben einen sch\u00f6nen Nachmittag und Abend mit Lodie und seiner Schwester Ina, die zur Zeit ihren Bruder besucht und normalerweise in den Staaten lebt. Am n\u00e4chsten Vormittag k\u00f6nnen wir erleben, was soziales Engagement bedeuten kann: Nachdem Lodie von seiner Krankheit erfuhr, kam er in Kontakt mit den \u201eMagrietjies\u201c. Eine ehrenamtliche Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, krebserkrankte Menschen zu begleiten, zu helfen, zur Seite zu Stehen und zu Pflegen. Nun lebt Lodie schon viele Jahre in der Stadt und erfuhr erst jetzt von den Leistungen der Magrietjies und war beeindruckt, dass die Menschen dies alles ehrenamtlich tun. Er kam nun zu der Idee, sich zu revanchieren, indem er seinerseits etwas tut: Die Idee zu der Spendenaktion \u201eRIDE FOR THE MARIETJIES\u201c war geboren, eine Motorradtour durch S\u00fcdafrika und Botswana um Spenden zu sammeln. Es wurde Verschiedenes unternommen, um die Aktion bekannt zu machen, so organisierten Lodie und seine Freunde zum Beispiel eine Wohlt\u00e4tigkeitsveranstaltung in dem Gemeindezentrum, bei der der Zuspruch schon sehr gro\u00df war. Die Tour endete nun vor zwei Wochen und an diesem Vormittag ist nun die Scheck- \u00dcbergabe an die Verantwortlichen der Magrietjies. Wir treffen auf eine Gruppe Menschen in einer netten Atmosph\u00e4re, mit Kaffee und Kuchen und werden sogleich aufgenommen: \u201eOh, von Deutschland kommt Ihr, wie sch\u00f6n. Wie ist das Wetter zur Zeit dort?\u201c Nette, sympathische Leute, wie Du und ich. Der offizielle Teil l\u00fcftet das Geheimnis: Es ist eine Summe an Spenden von insgesamt 50.235,53 ZAR (s\u00fcdafrikanische Rand) zusammengekommen. Eine stolze Summe, mit der niemand im Vorfeld gerechnet h\u00e4tte. Wir freuen uns, dass wir den Moment der \u00dcbergabe beiwohnen d\u00fcrfen und wieder einmal sehen k\u00f6nnen, dass man aktiv etwas tun kann, egal wo man auf dieser Welt man lebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Tage vergehen im Fluge: Lodie\u00b4s Freund Willi m\u00f6chte uns am n\u00e4chsten Fr\u00fch um acht Uhr abholen zu einer \u00dcberraschung. Wir sind gespannt. Ina, Willi, Nicole und ich fahren etwas raus aus der Stadt in die Natur und finden uns wieder auf einem exklusiven Golfresort. Hier sollte auf einem Riesenareal eine Ortschaft f\u00fcr sich entstehen, mit exklusiven Wohnh\u00e4usern und Golfrasen in lauf n\u00e4he. Die Finanzkrise 2008 ist hier jedoch auch nicht spurlos vorbei gegangen und so wurden aus gro\u00dfen Tr\u00e4umen geplatzte Tr\u00e4ume. Immerhin ist jedoch der Golfplatz wohl auf internationalem Niveau, ein Restaurant und eine Seilbahn (jetzt kommt die \u00dcberraschung) aktiv. Willi zeigt uns die Gegend von Oben. Schon witzig, mitten in Afrika eine Doppelmeyer- Gondel aus \u00d6sterreich modernster Bauart zu finden. Nach einigen sehr sch\u00f6nen Tagen bei Lodie kommt unweigerlich der Abschied, es wird nun Zeit, weiter zu ziehen. \u00dcber eine landschaftlich sehr sch\u00f6ne Nebenstra\u00dfe erreichen wir die Grenze mit einer Zwischen\u00fcbernachtung und ben\u00f6tigen f\u00fcr die absolut unproblematischen Grenzformalit\u00e4ten gerade mal eine Stunde. Wir sind \u00fcberrascht, denn von unserer Ost-Route waren wir manchmal anderes gewohnt. Nur die Veterin\u00e4rkontrolle hat noch eine Kleinigkeit zu beanstanden: Nach einem Blick in unsere K\u00fchlbox d\u00fcrfen die Salatgurke, die Paprika und die Mango leider nicht mit nach Botswana. Eine weitere Paprika jedoch durfte einreisen. Verstehe das wer will. Direkt nach dem Zoll ist erst mal Diesel f\u00fcr den Nissan angesagt. Da wir wissen, dass der Diesel hier etwas g\u00fcnstiger ist als in S\u00fcdafrika (Botswana ca. 0,85 EUR\/l, S\u00fcdafrika ca. 1,00 EUR\/l), haben wir jetzt zu tanken. Aufgrund unserer guten tracks4africa- Karte wissen wir, dass direkt nach der Grenze eine Tankstelle ist. Weiter auf sehr guten Teerstra\u00dfen in die n\u00e4chste Stadt namens Palapye, auf den Weg dorthin links und rechts D\u00f6rfer mit traditionellen Rundh\u00fctten, K\u00fche, Ziegen, Esel an den Stra\u00dfenr\u00e4ndern. Nachdem wir uns mit frischen Lebensmitteln eingedeckt haben, sind wir fein: Autark mit ca. 80 l Trinkwasser in 20l- Kanistern, die wir noch von Charlie haben und den erstandenen Lebensmittel fahren wir in das Khama-Rhino-Sanctuary, ein Schutzgebiet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die vom Aussterben bedrohten Breitmaulnash\u00f6rner zu sch\u00fctzen und den Bestand aufzubauen. So gibt es in dem Schutzgebiet nun 39 dieser Tiere, von vormals 5 St\u00fcck! Wir verleben zwei interessante Tage mit Wildbeobachtungen (\u201egamedrive\u201c) und autarkem Camp-leben, backen Br\u00f6tchen auf dem offenem Feuer und kochen in P\u00f6tchjes auf dem Feuer. Unser erster Eindruck von Botswana: Ein freundliches unkompliziertes Reiseland, mit Menschen, die sowohl dem organisierten als auch dem Individualtourismus offen gegen\u00fcber stehen. Wir sind gespannt, wie es weiter geht\u2026<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind in Naboomspruit oder besser gesagt in Mookgophong, wie die nette Kleinstadt in S\u00fcdafrikas Norden nun seit einigen Jahren hei\u00dft. Da ist sie wieder, die doppelte Welt. Wei\u00dfer Name, schwarzer Name, gleiche Bedeutung. \u00c4hnlich wie Chemnitz und Karl-Marx-Stadt? Vielleicht auch anders. 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