{"id":2043,"date":"2015-04-04T10:44:34","date_gmt":"2015-04-04T09:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=2043"},"modified":"2015-04-08T03:05:13","modified_gmt":"2015-04-08T02:05:13","slug":"bowen-bis-cape-tribulation-881-km-macht-3801-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=2043","title":{"rendered":"Bowen bis Cape Tribulation: 881 km \u2013 macht 3801 km"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bowen bis Cape Tribulation: 881 km \u2013 macht 3801 km<\/strong><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Eigentlich lie\u00dfe sich dieser Bericht mit wenigen Worten zusammenfassen: Nach 3801 km radeln, radeln und noch mehr radeln, zwei Erk\u00e4ltungen, hohen Temperaturen, noch h\u00f6herer Luftfeuchtigkeit, stinkenden Klamotten \u2013 trotz Waschens, vielen bereichernden Begegnungen, sch\u00f6nen Landschaften mit vielen Zuckerrohrfeldern und Bananenplantagen, sch\u00f6nen Str\u00e4nden und faszinierendem Regenwald haben wir unser n\u00f6rdlichstes Ziel Ostaustraliens erreicht: Das Cape Tribulation. Doch etwas ausf\u00fchrlicher wollen wir es doch machen:<!--more-->Nachdem wir in Bowen zwei Tage pausiert haben, damit ich die eingefangene Erk\u00e4ltung kurieren kann, ist\u00b4s an Tag Drei auch nicht wirklich besser. So nehme ich schlussendlich das vom Camp-Manager arrangierte Angebot an, die n\u00e4chsten 100 km in einem W\u00e4scherei-Lkw mitzufahren. Zwar gewinne ich einen zus\u00e4tzlichen Genesungstag, doch hinterl\u00e4sst das Autofahren nach so vielen Kilometern auf dem Rad ein nicht ganz so sch\u00f6nes Gef\u00fchl. Viel lieber w\u00fcrde ich radeln, insbesondere da die Landschaft gerade auf dieser Etappe mal wieder sehr an Afrika erinnert. Und als wir kurz vor\u00b4m Zielort \u201eHome Hill\u201c Uwe \u00fcberholen, der sich bereits in aller Fr\u00fche auf\u00b4s Rad geschwungen hatte, bin ich noch ein wenig betr\u00fcbter. Doch radeln h\u00e4tte ich heute wirklich nicht k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach einer erholsamen Nacht schwingen wir uns am n\u00e4chsten Morgen wieder beide auf die R\u00e4der. Wir wollen wissen wie es gesundheitlich geht, denn es steht die Entscheidung an, wie wir unsere Tour ab Townsville fortsetzen. Eigentlich ginge es hier bereits Richtung Westen, doch wollen wir unbedingt den n\u00f6rdlich gelegenen Daintree National Park sehen. Wir k\u00f6nnten also auch die R\u00e4der in Townsville parken, einen Mietwagen nehmen \u2013 immerhin sprechen wir von 500 km einfacher Strecke &#8211; einen sch\u00f6nen Ausflug in den Regenwald machen und unsere Tour in etwa einer Woche wieder mit dem Rad fortsetzen. Doch ist da dieses eine Foto auf der Stra\u00dfenkarte, dass eine traumhaft sch\u00f6ne K\u00fcstenstra\u00dfe zeigt. Und da ist die F\u00e4hre \u00fcber den Daintree River. Nach so vielen geradelten Kilometern ist es uns einfach nicht m\u00f6glich, diese zwei Highlights in einem Mietwagen zu passieren. Also entscheiden wir uns f\u00fcr die Muskelkraft \u2013 zumindest \u201eone way\u201c \u2013 und sind jeden Tag froh \u00fcber diese Entscheidung. Es geht durch sch\u00f6ne Landschaften, viele Zuckerrohrfelder und auch einige Bananenplantagen und nach vier Etappen gelangen wir zum Mission Beach, einem viel gepriesenem Strand. Und er ist wirklich sch\u00f6n. Palmenges\u00e4umt, naturbelassen und relativ leer. Weniger sch\u00f6n ist, dass es inzwischen Uwe erwischt hat. Wir legen erneut einen Tag Pause ein, doch g\u00e4be es daf\u00fcr wirklich schlechtere Orte.<\/p>\n<p>Wir machen langsam und arbeiten uns bis nach Cairns vor. Obwohl wir aus verschiedenen Gr\u00fcnden drei Tage in der Stadt verbringen, werden wir nicht richtig warm mit ihr. Zu viel Trubel, zu viele Touristen, zu viel Party, zu wenig \u201eechte\u201c Stadt. Nicht wirklich unser Ding. Sch\u00f6n ist der Ausflug mit der historischen Eisenbahn in den Bergort Kuranda. Der allerdings ist eine einzige Ansammlung touristischer Attraktionen und v\u00f6llig \u00fcberlaufen. So beschr\u00e4nken wir uns auf die Besichtigung der Schmetterlings-Voliere, wo die tropischen Prachtst\u00fccke \u2013 einzig f\u00fcr Touristen gez\u00fcchtet \u2013 umherflattern und sich auf bunten T-Shirts und M\u00fctzen niederlassen. Schon sch\u00f6n zu sehen. Auch die gef\u00fchrte Tour und die Infotafeln sind interessant. Die prachtvollen blauen Ulysses Butterflies beispielsweise leben nur 10-15 Tage, andere Arten 2 bis 3 Wochen und wieder andere bis zu einem Jahr. Die Lebensdauer h\u00e4ngt mit der Anzahl der Fl\u00fcgelschl\u00e4ge zusammen. Je mehr eine Schmetterlingsart umherflattert, desto k\u00fcrzer die Lebensdauer. Man k\u00f6nnte sich viel l\u00e4nger in dem bunten Treiben aufhalten, doch unsere Seilbahn zur\u00fcck ins Tal ruft: Schweben \u00fcber Regenwald, soweit das Auge reicht&#8230;<\/p>\n<p>Es regnet und wir kommen erst gegen Nachmittag aus Cairns heraus. So brauchen wir noch einen weiteren Tag, bis wir \u00fcber den kurvenreichen Captain Cook Highway mit traumhaften K\u00fcstenausblicken Port Douglas erreichen. Scheinbar haben wir genug Stadtluft geschnuppert, denn hier gef\u00e4llt es uns auch nicht wirklich. Also radeln wir nach einem kurzen Mittagsstopp noch ein St\u00fcckchen weiter Richtung Norden und am n\u00e4chsten Tag erreichen wir dann endlich den Daintree River. Nach der obligatorischen Bootstour mit immerhin einer Krokodilsichtung, queren wir per F\u00e4hre in den Daintree National Park. Uns erwartet schw\u00fcle Hitze und ein knackiger Anstieg, der mit einem tollen Ausblick \u00fcber die Daintree-Flussm\u00fcndung belohnt wird. Weiter geht\u00b4s auf kurviger Stra\u00dfe durch sagenhaften Regenwald und wieder einmal sind wir sehr froh, keinen Mietwagen genommen zu haben. Wir erreichen das Cape Tribulation, unseren n\u00f6rdlichsten Punkt an der australischen Ostk\u00fcste. Auch wenn es hier touristisch deutlich erschlossener ist als wir gedacht hatten, der Regenwald ist einfach unbeschreiblich. Die Vielfalt der sich ineinander verschlingenden Pflanzen, die auf unterschiedlichen Ebenen mit verschiedenartigsten Tricks und Kniffen um ein wenig Sonnenlicht wetteifern, l\u00e4sst sich kaum mit Worten beschreiben oder in Bildern einfangen. Das muss man einfach sehen, f\u00fchlen und riechen. Um etwas mehr \u00fcber diese faszinierende Natur zu erfahren, machen wir am Abend eine gef\u00fchrte Regenwaldwanderung mit. Ja, wir sehen ein paar gro\u00dfe Spinnen, doch erfahren wir auch, dass es hier nichts gibt, was einen wirklich umbringt. Abgesehen von den Krokodilen und m\u00f6glicherweise umst\u00fcrzenden B\u00e4umen.<\/p>\n<p>Heute fr\u00fch sind wir dann noch durch den Regenwald \u201egesurft\u201c \u2013 Seilrutschen wie im Hochseilgarten, von Plattform zu Plattform. Regenwald einmal ganz anders\u2026<\/p>\n<p>Viel h\u00e4tten wir uns noch ansehen k\u00f6nnen an der Ostk\u00fcste \u2013 so viele sch\u00f6ne Str\u00e4nde, Schluchten, Wasserf\u00e4lle, Wanderwege, St\u00e4dtchen und Ortschaften, Inseln und Schnorchelm\u00f6glichkeiten. Doch wir haben nur ein Jahr f\u00fcr dieses riesige Land. Als wir an einer roten Ampel in Brisbane mit einem Radfahrer ins Gespr\u00e4ch kamen und von unserer Australienumrundung erz\u00e4hlten, fragte er mit einem am\u00fcsierten L\u00e4cheln auf den Lippen: \u201eHow many lifetimes will you spend?\u201c Zu Deutsch: \u201eWie viele Leben habt ihr daf\u00fcr eingeplant?\u201c Nicht einmal eines\u2026<\/p>\n<p>Daher geht es morgen wieder rauf auf\u00b4s Rad und es beginnt sozusagen ein neuer Abschnitt unserer Tour: Wir drehen um und fahren zum ersten Mal in Richtung S\u00fcden. Allerdings nur kurz. Wir haben uns entschlossen nicht nach Townsville zur\u00fcck zu fahren, sondern in knapp 70 km in die Atherton Tablelands abzubiegen und die Bergkette der Great Dividing Range bereits bei Mossman zu erklimmen. Anstatt dem Overlander\u00b4s Way werden wir also den Savannah Way nehmen. N\u00e4chstes gro\u00dfes Ziel in etwa 1.300 Kilometern: Mount Isa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bowen bis Cape Tribulation: 881 km \u2013 macht 3801 km Eigentlich lie\u00dfe sich dieser Bericht mit wenigen Worten zusammenfassen: Nach 3801 km radeln, radeln und noch mehr radeln, zwei Erk\u00e4ltungen, hohen Temperaturen, noch h\u00f6herer Luftfeuchtigkeit, stinkenden Klamotten \u2013 trotz Waschens, vielen bereichernden Begegnungen, sch\u00f6nen Landschaften mit vielen Zuckerrohrfeldern und Bananenplantagen, sch\u00f6nen Str\u00e4nden und faszinierendem Regenwald [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2043","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-australien-2015"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2043"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2043\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2071,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2043\/revisions\/2071"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}