{"id":2090,"date":"2015-04-24T01:26:40","date_gmt":"2015-04-24T00:26:40","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=2090"},"modified":"2015-04-24T11:14:10","modified_gmt":"2015-04-24T10:14:10","slug":"cape-tribulation-bis-mt-isa-1325-km-macht-5126-km-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=2090","title":{"rendered":"Cape Tribulation bis Mt. Isa: 1325 km \u2013 macht 5126 km"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machen wir uns auf den Weg und verlassen \u2013 mit einem weinenden und einem lachenden Auge \u2013 Cape Tribulation und den Daintree Regenwald. Mit einem weinenden Auge deshalb, denn wir k\u00f6nnten hier noch viel Zeit verbringen, mit Wanderungen und gef\u00fchrten Touren bei denen man viel \u00fcber die Lebensformen des weltweit \u00e4ltesten Regenwaldes erf\u00e4hrt.<!--more--><a href=\"http:\/\/karifa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/hiersindwir.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-2171 aligncenter\" src=\"http:\/\/karifa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/hiersindwir-300x265.jpg\" alt=\"hiersindwir\" width=\"225\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/karifa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/hiersindwir-300x265.jpg 300w, https:\/\/karifa.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/hiersindwir-340x300.jpg 340w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit einem lachenden Auge, weil gerade die Osterfeiertage sind und die Campside dementsprechend voll und l\u00e4rmend ist. Wir nehmen jedoch nicht nur Abschied vom Regenwald, sondern auch vom Pazifik, der uns seit Anfang unserer Reise begleitet hat und uns nun so vertraut ist. Ein seltsames Gef\u00fchl, um nicht zu sagen eine Traurigkeit beschleicht uns und so fahren wir wieder die gleiche &#8211; bezaubernd sch\u00f6ne &#8211; Stra\u00dfe durch den Regenwald in Richtung Daintree-River zur\u00fcck um ein letztes Mal diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Landschaft aufzusaugen. Mit der F\u00e4hre geht es \u00fcber den Flu\u00df und weiter nach Daintree Village, ein kleines Dorf am Flu\u00df, das zwar nicht an unseren Weg liegt, aber wir m\u00f6chten die Gelegenheit nutzen um bei einer Bootstour \u2013 vielleicht \u2013 Krokodile zu sehen. Das kleine \u00d6rtchen ist uns sofort sympatisch und der Campside liegt in unmittelbarer N\u00e4he zum Flu\u00df. Und tats\u00e4chlich kann der erfahrene Bootsf\u00fchrer uns zwei der legend\u00e4ren \u201eSalties\u201c, Salzwasserkrokodile, zeigen. Wir befahren einen Bereich des Flu\u00dflaufes, der schon ca. 20 km von der Meeresm\u00fcndung entfernt liegt und doch finden die Reptilien hier im kristallklaren S\u00fc\u00dfwasser ihren Lebensraum.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen brechen wir auf in Richtung \u201eTablelands\u201c, die Bergregion, die die Ostk\u00fcste und das Inland teilt. Wir wissen, dass es ein langer steiler Aufstieg ist und doch m\u00fcssen wir in Moosman unsere Vorr\u00e4te aufstocken, denn die Lebensmittel neigen sich dem Ende. Umso mehr verbl\u00fcfft uns, dass wir am Abend relativ entspannt den ersten Zeltplatz auf den Bergen erreichen, wahrscheinlich sind wir nun doch gut eingefahren. Dass wir nun in den Bergen sind, zeigt sich sogleich mehrfach: Es regnet und sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit sind um einiges geringer. Die n\u00e4chsten Tage fahren wir durch die h\u00fcgelige und teilweise anstrengende Bergregion um weiter s\u00fcdlich auf den Savanna Way zu sto\u00dfen, der uns dann in Richtung Westen f\u00fchren soll. Die Landschaft und die St\u00e4dtchen sind angenehm, wir suchen in der Stadt Atherton Schnabeltiere \u2013 und finden keine \u2013 und haben auf einer Campside bei Herberton unser erstes Lagerfeuer auf dieser Reise. F\u00fcr uns als \u201eLagerfeuerfreunde\u201c kaum zu glauben, doch bisher haben uns die Tages- und Nachttemperaturen eher an ein kaltes Getr\u00e4nk als an Lagerfeuer denken lassen.<\/p>\n<p>Nach Herberton m\u00f6chten wir unbedingt eine sogenannte \u201eBackroad\u201c, eine unbefestigte Piste, durch das \u201eSilver Valley\u201c (Silbertal) fahren, zum Einen weil wir denken, dass es landschaftlich reizvoll ist, zum Anderen denken wir, dass es eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr unseren weiteren Weg ist. Diese Entscheidung entpuppt sich als, nett formuliert, teilweise richtig, denn die Landschaft ist sehr sch\u00f6n, doch die Piste ist ein einziges Auf und Ab und in einem Zustand, der fahrtechnisch einiges abverlangt. Wieder einmal sind wir froh, dass unsere R\u00e4der auch bei rauhen Bedingungen absolut zuverl\u00e4ssig ihren Dienst leisten und die Rohloff-Schaltung hat an diesem Tag einiges zu tun. Dieser Tag hat jedoch noch zwei Besonderheiten zu bieten, denn nachdem wir die ca. 40 km harte Piste absolviert haben und wieder auf Teer unterwegs sind, liegen hei\u00dfe Quellen an unserem Weg und wir nutzen die Gelegenheit zur Pause mit warmen Bad in den Quellen. Kurz vor Erreichen unseres Camps holt uns ein Radfahrer ein \u2013 bepackt wie wir f\u00fcr eine l\u00e4ngere Tour. Was f\u00fcr eine \u00dcberraschung. Der Schweizer Radfahrer Markus, wie sich herausstellt, ist in Melbourne gestartet und f\u00fcr f\u00fcnf Monate in Australien per Rad unterwegs. Er m\u00f6chte den Savanna Way bis Daily Waters fahren, so haben wir ein St\u00fcck weit den gleichen Weg. Wir verstehen uns auf Anhieb sehr gut und so beschlie\u00dfen wir, die n\u00e4chsten Tage zusammen im \u201eDreierpack\u201c zu radeln. Und das macht richtig Spa\u00df. Wir k\u00f6nnen uns Abwechseln mit dem \u201eim Wind fahren\u201c und so schaffen wir einiges an Strecke. Es ist wenig Verkehr und die Landschaft ist f\u00fcr das Auge ein Genuss. Waren entlang der Ostk\u00fcste die Orte und die Infrastruktur alles eng zusammen, so zeigt sich hier so langsam das Australien, welches wir mit dem Land verbinden: Lange Etappen mit NICHTS! Kein Verkehr, keine Menschen, keine Zivilisation, kein L\u00e4rm \u2013 stattdessen: K\u00e4ngurus, Rinder, Kakadus in wei\u00df, schwarz, rosa und bunt, kleine B\u00e4che und gro\u00dfe Fl\u00fcsse (zum Gl\u00fcck ist die Regenzeit vorbei) und endlose Weite. Wir tasten uns an die Etappenl\u00e4ngen heran und zu Dritt schaffen wir Tagesetappen, f\u00fcr die wir eigentlich zwei Fahrtage eingeplant hatten. So fahren wir zweimal hintereinander jeweils ca. 150 km und wir erreichen zwar ersch\u00f6pft, aber auch sehr zufrieden die Stadt Normandon.<\/p>\n<p>Hier haben wir einen gemeinsamen Pausentag und wir sind schon seit Tagen am \u00dcberlegen, ob wir unseren urspr\u00fcnglichen Plan nach Mount Isa (von Normandon ca. 520 km) in Richtung S\u00fcdwesten zu fahren \u00e4ndern um stattdessen zusammen mit Markus den Savanna Way bis nach Daily Waters (von Normandon ca. 1100 km) westlich zu fahren. Die Idee ist f\u00fcr uns sehr reizvoll, zum einen ist die weitere Strecke eine legend\u00e4re Outback- Route, zum anderen verstehen wir Drei uns sehr gut und w\u00fcrden gerne noch zusammen radeln. Ein Besuch in der Touristeninformation l\u00e4sst uns jedoch zu unserem urspr\u00fcnglichen Plan zur\u00fcckkehren: Die Strecke ist herausfordernd, durch die vergangenen Regenf\u00e4lle in einem schlechten Zustand und in den vergangenen Tagen wurden einige Autos geborgen, die aufgrund der Pistenverh\u00e4ltnisse liegen geblieben waren. So trennen sich leider unsere Wege und wir radeln Richtung Mount Isa. In f\u00fcnf Fahrtagen m\u00f6chten wir die Strecke schaffen, dazwischen liegt ein \u201eRoadhaus\u201c (Tankstelle mit Rastst\u00e4tte) und nach der vierten Etappe eine Stadt, wo denken, nochmals Vorr\u00e4te und Wasser tanken zu k\u00f6nnen. Nach einer Nacht im Busch erreichen wir am n\u00e4chsten Abend das Roadhaus und erfahren, dass das Wasser zwar f\u00fcr die Dusche gut ist, Trinkwasser jedoch nur in Kanistern verkauft wird. Hier treffen sich auch die Trucker der langen \u201eRoadtrains\u201c, LKW\u00b4s mit drei bis vier Anh\u00e4ngern und der Trucker Mike bietet uns spontan an, unseren Wassersack aus seinem Trinkwassertank zu f\u00fcllen, wieder einmal erleben wir die australische Hilfsbereitschaft.<\/p>\n<p>Nach einer weiteren Teer- Etappe und \u201eBushcamp\u201c\u00a0 entscheiden wir uns eine Piste zu nehmen, da der Wind direkt aus S\u00fcd gegen uns bl\u00e4st und wir nur 15 km in der Stunde schaffen. Die Lebensmittel reichen f\u00fcr ein weiteres \u201eBushcamp\u201c und die Strecke ist k\u00fcrzer als die Teerstrecke. Diese Entscheidung hat wieder einmal zwei Seiten: Eine Landschaft, an der man sich nicht satt sehen will und eine Piste mit H\u00f6henprofil und in schlechten Zustand. Der erste Pistentag verk\u00fcrzt sich noch dadurch, das einiges an Zeit aufwenden, um Wasser aus einen Creek zu filtern. In der darauf folgenden \u201eBuschnacht\u201c r\u00fcttelt der Wind schon so heftig das Zelt, dass wir denken: OK, wenn morgen der Wind genauso aus S\u00fcd bl\u00e4st, dann wird\u00b4s anstrengend. Und so ist es auch: Wir stehen fr\u00fch auf und kurz nach Sonnenaufgang und einen geflickten \u201eSchleichplatten\u201c vom Vortag sind wir unterwegs. Die Piste und der Wind sorgen daf\u00fcr, dass wir f\u00fcr ca. 80 km Piste und ca. 20 km Teer eine reine Fahrzeit (Pausen abgezogen) von 7 Std. und 30 min haben. So erreichen wir Mount Isa ziemlich m\u00fcde und sind froh, als wir bei Belinda ankommen. Belinda ist Mitglied bei \u201ewarmshower\u201c und wir sind eingeladen, einige Tage bei Ihr zu wohnen. Das genie\u00dfen wir gerade und tanken Kraft und Vorr\u00e4te f\u00fcr den n\u00e4chsten Etappenblock nach Tennant Creek. Auch die R\u00e4der bed\u00fcrfen Pflege, so k\u00f6nnen wir hier bei Belinda den n\u00f6tigen \u00d6lwechsel f\u00fcr die Rohloff- Schaltung machen und die Pisten haben an den R\u00e4dern so manche Spuren hinterlassen, die es nun gilt, wieder ins Reine zu bringen.<\/p>\n<p>Inzwischen haben wir die F\u00fcnftausender-Marke \u00fcberschritten und gerade die letzten 1.325 km vom Cape Tribulation bis nach Mount Isa sind wir in 14 Fahr- und zwei Ruhetagen \u201egeradelt\u201c. F\u00fcr uns ist das eine neue Erfahrung, denn entlang der Ostk\u00fcste waren die Etappen bedeutend k\u00fcrzer, da ein \u201ePoint of Interest\u201c den n\u00e4chsten abl\u00f6ste. Entlang der K\u00fcste war es sehr sch\u00f6n und auch der Regenwald war beeindruckend, doch haben hier im Outback gerade die langen und \u201eeinsamen\u201c Etappen eine ganz besondere Faszination, eine Art von ehrlicher Tiefe, die sich schwer beschreiben l\u00e4sst. Einfach ausgedr\u00fcckt w\u00fcrde ich es so formulieren: Dachte ich w\u00e4hrend der bisherigen Zeit oftmals \u201eOch ja, wie sch\u00f6n!\u201c, so denke ich jetzt gerade: \u201eWow, was f\u00fcr ein Land\u2026\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machen wir uns auf den Weg und verlassen \u2013 mit einem weinenden und einem lachenden Auge \u2013 Cape Tribulation und den Daintree Regenwald. 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