{"id":237,"date":"2014-01-23T20:26:42","date_gmt":"2014-01-23T19:26:42","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.einfachgluecklichsein.info\/?p=237"},"modified":"2014-07-25T13:17:17","modified_gmt":"2014-07-25T12:17:17","slug":"epupa-falls-und-das-land-der-himbas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=237","title":{"rendered":"Epupa Falls und das Land der Himbas"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem wir in Opuwo keine weiteren Warnungen bez\u00fcglich der Cholera-Epidemie erhalten, machen wir uns auf den Weg zu den Epupa-Falls. Nach drei Stunden und 180 km staubiger Piste durch h\u00fcgelige Landschaft, vorbei an so manchem Himbadorf, erreichen wir es endlich \u2013 das palmenges\u00e4umte Ufer des Kunene. Der Fluss entf\u00e4chert sich auf eine betr\u00e4chtliche Breite und vor uns liegt eine Oase aus Palmen, uralten Baobabs, Wasserf\u00e4llen mit dazwischenliegenden Inseln und die Formulierung paradiesisch dr\u00e4ngt sich geradezu auf.<\/p>\n<p>Wir entscheiden uns bei Ankunft f\u00fcr das Camp direkt am Wasserfall \u2013 erfrischende Gischt inklusive, was bei diesen Temperaturen wirklich angenehm ist. Nach einer Weile erscheint Reiter, ein lokaler Guide und bietet uns einen Besuch bei einem Himbadorf an. Wir haben hierzu ein zwiegespaltenes Verh\u00e4ltnis und ben\u00f6tigen noch etwas Zeit, um uns klar zu werden, ob wir dies wirklich m\u00f6chten. Wir wollen nicht wie die Heuschrecken einfallen, Fotos machen und danach fluchtartig den Ort verlassen. Auch m\u00f6chten wir nicht eine \u201eTouristenattraktion\u201c besuchen. Wir m\u00f6chten uns bewusst viel Zeit nehmen um mit den Menschen in Kontakt zu kommen und uns auszutauschen. Dies alles besprechen wir mit Reiter und entscheiden uns dann, zusammen mit ihm ein Dorf in ca. 18 km Entfernung zu besuchen. Reiters Wurzeln liegen in der Himbakultur, allerdings besuchte er ab dem sechsten Lebensjahr eine Internatsschule und ist daher in beiden Kulturen zuhause. Wir fahren gemeinsam mit unserem Wagen und parken vor dem in traditioneller Weise mit Holz\u00e4sten umrahmten Dorf. Nun ist uns doch etwas mulmig zu Mute. Sind wir nur neugierige Eindringlinge? Finden wir Zugang zu den hier lebenden Menschen? Doch unsere Bedenken zerstreuen sich schnell, denn Reiter ist ein sehr umsichtiger Guide. Er bittet uns kurz zu warten und fragt um Erlaubnis f\u00fcr den Besuch. Wir freuen uns, als er uns sagt, dass wir willkommen sind und gehen zum Dorf. Unsere Gastgeschenke in Form von einem Sack Maismehl, einem Liter Speise\u00f6l, einem Kilo Zucker und zwei Knorr-T\u00fctensuppen \u00fcberreichen wir der ersten Frau des Dorfes. Die Begr\u00fc\u00dfung ist zun\u00e4chst h\u00f6lzern, findet man sich doch mit einem Mal in einer Welt wieder, die einem v\u00f6llig fremd ist. \u00a0Uns werden eine Getr\u00e4nkekiste und ein kleiner Plastikstuhl zum Sitzen angeboten. Alle anderen sitzen auf dem Boden. Wir verfolgen die Gesch\u00e4ftigkeit der Frauen und Kinder unter dem kleinen Palmendach, das der Dorfgemeinschaft sozusagen als Aufenthaltsraum dient. Es werden Schmuckst\u00fccke gefertigt, die uns den Einstieg in eine Unterhaltung liefern. So ist Schmuck eine Tradition mit Bedeutung. Beispielsweise lassen sich an den breiten Reifen an den Fu\u00dfgelenken ablesen, ob eine Frau kein bzw. ein Kind hat oder zwei und mehrere. Ebenso haben auch die Ketten ihre Bedeutung. Im Gespr\u00e4ch \u00fcber diese Traditionen tauen wir immer mehr auf und stellen alle Fragen, die uns besch\u00e4ftigen. So auch die nach den Tr\u00e4umen der Frauen. Die erste Frau des Chiefs w\u00fcrde gerne einmal Deutschland besuchen, wobei wir nicht sicher sind, ob sie wirklich wei\u00df, wo auf der Welt es sich befindet. Eine Tochter des Chiefs w\u00fcnscht sich sehnlichst einen Mann, was uns zun\u00e4chst irritiert, da doch Ihrem Schmuck zu entnehmen ist, dass sie bereits mindestens zwei Kinder hat. Doch einen Mann hat sie bisher noch nicht. Ein kleiner Junge w\u00fcnscht sich S\u00fc\u00dfigkeiten, ein etwa zweij\u00e4hriges M\u00e4dchen h\u00e4tte gerne ein Baby und ein Junge von vielleicht f\u00fcnf Jahren will unbedingt ein Auto \u2013 ein echtes versteht sich. Eine der Frauen hat einen Wunsch, der nach dem gemeinschaftlichen Gel\u00e4chter auf einmal sehr existentiell ist. Sie w\u00fcnscht sich, dass es regnet. Das hat es seit zwei Jahren nicht mehr und von den ehemals 100 Rindern leben nur noch 8, da es einfach kein Gras mehr zum Fressen gibt. So erfahren wir nach und nach weitere Details der Lebensweise und nach einer Weile erscheint das \u201eim Vorbeifahren\u201c manchmal so primitiv wirkende Leben in den umz\u00e4unten H\u00fctten gar nicht mehr so unvorstellbar. Nach einer langen Zeit der Unterhaltung werden wir durch das \u201eDorf\u201c gef\u00fchrt und Reiter erkl\u00e4rt uns, dass jede Frau \u2013 der Chief dieses Dorfes hat drei &#8211; ihre eigene H\u00fctte hat. In eine dieser H\u00fctten d\u00fcrfen wir hereinschauen und bekommen die unterschiedlichsten Alltagsgegenst\u00e4nde gezeigt, so auch die aus Horn gefertigten Tiegel, in denen die Frauen Ihr Parfum und die aus geriebenem Stein und Fett gemischte Paste aufbewahren, mit der sie ihre Haut einreiben. Wir d\u00fcrfen schnuppern und ausprobieren und erfahren immer mehr. So auch, dass der Dorfchief leider im Augenblick nicht anwesend ist, da er f\u00fcr mehrere Tage unterwegs ist, um sich mit den Chiefs von anderen D\u00f6rfern zu treffen. Die Regierung Namibias plant einen weiteren Staudamm im Nordwesten des Landes am Kunene zu errichten, was gro\u00dfe Auswirkungen auf das Leben der Himbas h\u00e4tte. Die einzelnen Chiefs beraten nun, wie dem Ansinnen entgegen zu wirken ist. So verabschieden wir uns nach knappen drei Stunden, froh unseren Zweifeln nicht nachgegeben und den Besuch tats\u00e4chlich gemacht zu haben.<\/p>\n<p>Wie es vermutlich allen Besuchern der Epupa-Falls ergeht, k\u00f6nnen auch wir uns von diesem Ort kaum losrei\u00dfen. So genie\u00dfen wir die Gegend noch zwei weitere Tage, baden in den nat\u00fcrlichen Pools und bestaunen das wundersch\u00f6ne Naturschauspiel der vielen verschiedenen F\u00e4lle noch eine Weile \u2013 Regenbogen inklusive. Dann geht\u00b4s wieder zur\u00fcck nach Opuwo, wobei sich die Stadt beim kurzen Zwischenstopp sehr viel angenehmer pr\u00e4sentiert als auf unserem Hinweg. Wir n\u00e4chtigen ein St\u00fcck weiter s\u00fcdlich beim Camp \u201eAussicht\u201c, das seinem Namen alle Ehre erweist und k\u00f6nnen am n\u00e4chsten Morgen die auf dem Gel\u00e4nde betriebene Dioptase-Mine besichtigen. Dann wollen wir nur noch ans Meer. Doch das ist noch ein gutes St\u00fcck Weg und drei platte Reifen entfernt\u2026 Doch die Landschaft ist grandios und auch das Reifenwechseln klappt von mal zu mal besser und so erreichen wir nach drei weiteren Tagen Hentiesbay. Doch mehr zum Meer beim n\u00e4chsten Mal\u2026<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem wir in Opuwo keine weiteren Warnungen bez\u00fcglich der Cholera-Epidemie erhalten, machen wir uns auf den Weg zu den Epupa-Falls. Nach drei Stunden und 180 km staubiger Piste durch h\u00fcgelige Landschaft, vorbei an so manchem Himbadorf, erreichen wir es endlich \u2013 das palmenges\u00e4umte Ufer des Kunene. 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