{"id":2522,"date":"2015-07-06T13:12:08","date_gmt":"2015-07-06T12:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=2522"},"modified":"2015-07-07T10:22:38","modified_gmt":"2015-07-07T09:22:38","slug":"kununurra-bis-broome-1-082-km-macht-9-038-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=2522","title":{"rendered":"Kununurra bis Broome: 1.082 km \u2013 macht 9.038 km"},"content":{"rendered":"<p>Schwer bepackt verlassen wir das angenehme St\u00e4dtchen Kununurra. Wir wissen nicht genau, wie lange wir auf der Gibb-River-Road unterwegs sein werden, da sich weder der Pistenzustand noch die Abstecher zu den sehenswerten Gorges \u2013 das sind Schluchten, vorzugsweise mit Wasserf\u00e4llen und nat\u00fcrlichen Badebecken \u2013 im Vorfeld genau planen lassen. <!--more-->Also haben wir \u00fcppig eingekauft: Zwei mal 500 g Spaghetti mit 8 P\u00e4ckchen Tomatenmark, 4 T\u00fcten Tomatensuppe und 2 P\u00e4ckchen getrocknete Tomaten. 500 g Gnocchi mit Vier-K\u00e4se-Sause aus der T\u00fcte, dazu frische Erbsen. 500 g Couscous, 1 kg Reis, eine Packung Wraps zum Toasten in der Pfanne, 8 P\u00e4ckchen Tunfisch f\u00fcr Uwe, f\u00fcr mich 32 kleine Schmierk\u00e4seeckchen, die sich trotz W\u00e4rme gut aufheben lassen. Dann 2 Brote, 2 Packungen Kn\u00e4ckebrot, 2 Packungen Kr\u00e4cker und 1 kg Mehl zum Br\u00f6tchen backen. Und ein gro\u00dfes Glas Nutella. Das essen wir zu Hause nie, doch hier hat es sich gut bew\u00e4hrt. Liefert viel Energie und ist absolut Hitzebest\u00e4ndig. 1 kg M\u00fcsli und 1 kg Haferflocken f\u00fcr\u00b4s Fr\u00fchst\u00fcck, kombiniert mit 1 kg Milchpulver und 12 \u00c4pfeln. 4 gro\u00dfe Kartoffeln f\u00fcr\u00b4s Feuer, dann 3 Paprika, 2 Salatgurken, 2 M\u00f6hren, 1 Aubergine, 6 Zwiebeln und 2 Bananen. Und f\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch gibt\u00b4s dann noch M\u00fcsliriegel, Reiscracker, getrockneten Ingwer, Erd- und Haseln\u00fcsse und getrocknete Datteln. Das sollte reichen \u2013 zumindest bis wir auf etwa halber Strecke das einzige Roadhouse mit angeschlossenem Shop an der Gibb River Road erreichen. Falls nicht, haben wir noch 3 Notfallrationen dehydriertes Outdoorfood dabei. Wie wir das Ganze in unseren Packtaschen verstauen bleibt uns selbst immer wieder ein R\u00e4tsel. Sicher, wir k\u00f6nnten es uns auch einfacher machen: Wir k\u00f6nnten 5 Gro\u00dfpackungen der asiatischen Instantnudeln kaufen. Die sind extrem leicht und noch einfacher zuzubereiten. Ein bisschen hei\u00dfes Wasser gen\u00fcgt. Dann noch die beigef\u00fcgte W\u00fcrzmischung unterr\u00fchren und \u2013 fertig! Da diese Verpflegung bei anderen Radlern und Backpackern recht beliebt ist \u2013 teilweise schon zum Fr\u00fchst\u00fcck \u2013 haben wir\u00b4s auch mal ausprobiert. Und siehe da, sie schmecken gar nicht so \u00fcbel, machen jedoch nicht wirklich satt und \u00fcber den N\u00e4hrwert m\u00fcssen wir wohl auch nicht diskutieren.<\/p>\n<p>Los geht\u00b4s in Richtung der Kimberleys. So hei\u00dft das Hochland zwischen Kununurra und Derby. Die ersten 80 km sind noch asphaltiert und die Landschaft zeigt sich bereits sehr eindrucksvoll. Sch\u00f6ne Bergformationen, zumeist Tafelberge und ganz viel Weite. Da wir auf den Zustand der nun beginnenden Piste gespannt sind, fahren wir noch 10 weitere Kilometer, bevor wir an einem kleinen Creek unser Zelt aufstellen und nach dem Essen den traumhaften Sternenhimmel auf uns wirken lassen. Von einem benachbarten Camper bekommen wir am Abend 2 Flaschen kaltes Wasser und am n\u00e4chsten Morgen zwei \u00c4pfel geschenkt. Und weiter geht\u00b4s. Die Piste ist gar nicht mal in einem so schlechten Zustand, doch beginnt der Tag nach nur wenigen Kilometern mit einem Platten f\u00fcr Uwe. Beim Reifenwechseln merken wir schnell, wie es auf der Gibb zugeht: Ziemlich staubig. Viele der Autofahrer rasen nett winkend mit unvermittelter Geschwindigkeit an uns vorbei. Wir sind verbl\u00fcfft, dass scheinbar nur sehr Wenige auf die Idee kommen, dass Staub f\u00fcr nicht in einem geschlossenen Fahrzeug sitzende Menschen unangenehm sein k\u00f6nnte. Gut, dass wir uns in Kununurra ein paar Staubmasken besorgt hatten.<\/p>\n<p>Und dann stehen wir vor dem Pentecost River, den es zu queren gilt. Traumhaft sch\u00f6ne Kulisse und ein mit Knietiefe \u00fcberschaubarer Wasserstand. Durchfahren scheidet auf Grund der vielen gro\u00dfen Steine aus. Also tr\u00e4gt Uwe zun\u00e4chst beide S\u00e4tze der vorderen Packtaschen hin\u00fcber, dann schieben wir. Eine wirklich erfrischende Abk\u00fchlung \u2013 ganz ohne Krokodile, die hier doch immer wieder Thema sind. Und von der anderen Seite ist das Panorama noch eindrucksvoller. Und so hangeln wir uns Tag f\u00fcr Tag voran auf der ber\u00fchmten Gibb River Road. Die Piste ist mal erstaunlich gut, dann wieder starkes Wellblech und in manchen k\u00fcrzeren Abschnitten auch recht sandig, was mit dem Rad am herausforderndsten ist, da die R\u00e4der mit ihrem Gewicht recht schnell einsinken. Hier und da steht ein Rivercrossing an, was zumeist eher eine willkommene Erfrischung als eine ernsthafte Herausforderung ist \u2013 zumindest zu dieser Jahreszeit. Urspr\u00fcnglich wurde die Gibb River Road angelegt, um die Rinder der hier ans\u00e4ssigen Farmen abzutransportieren. Inzwischen ist sie jedoch ein gro\u00dfer Tourismusmagnet, was unser Erleben ein wenig tr\u00fcbt. Am dritten Tag z\u00e4hlen wir aus eigenem Interesse die Fahrzeuge: 67 an der Zahl, davon 5 Motorr\u00e4der und 6 absolute Idioten. Letztere nehmen in den n\u00e4chsten Tagen anzahlm\u00e4\u00dfig stark zu, was sich in erster Linie durch gef\u00e4hrlich dichtes \u00dcberholen und\/oder staubaufw\u00fchlendes Vorbeirasen zeigt, manchmal gepaart mit einem fotografischen Abschie\u00dfen der verr\u00fcckten Radfahrer. Haben wir bisher so gro\u00dfe Lobeshymnen auf die australischen Autofahrer gesungen, wendet sich hier das Bild drastisch. Radfahrer unerw\u00fcnscht, so unser Eindruck. Au\u00dfer, wir stehen irgendwo herum und sind ansprechbar. Dann werden wir tagt\u00e4glich vielfach durchl\u00f6chert von immer und immer wieder denselben Fragen. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben rangiert: \u201eWie viel Kilometer fahrt ihr am Tag?\u201c Dicht gefolgt von \u201eWieviel Wasser transportiert ihr?\u201c Wir sind genervt. Erst einstauben, fotografieren und dann auch noch Fragen stellen wollen. Manchmal m\u00f6chten wir einfach nur unsere Ruhe. Und die zu finden ist ironischer Weise trotzt all der Natur nicht immer einfach. Gl\u00fccklicher Weise gibt es da aber auch die Kehrseite in Form von vielen netten Mitmenschen. Manche &#8211; und dazu geh\u00f6ren auch die Fahrer der langen Roadtrains &#8211; bremsen tats\u00e4chlich deutlich ab. Wieder andere halten sogar ganz an um zu fragen, ob alles in Ordnung ist oder ob wir genug Wasser haben. Und dann passieren so tolle Dinge, wie: Geschenke! Neben dem kalten Wasser und den beiden \u00c4pfeln vom ersten Tag bekommen wir zwei k\u00fchle Bier geschenkt. Dann zwei im Feuerofen selbst gebackene Muffins und noch einmal zwei Bier und ein anderes Mal h\u00e4lt jemand an und schenkt uns ein Eis! Und auch Wasser bekommen wir immer wieder angeboten, einmal sogar tiefgefrorenes \u2013 was f\u00fcr ein Genuss. F\u00fcr uns spiegelt die Gibb River Road ein St\u00fcck weit unsere Gesellschaft wieder: Es gibt sehr viel Umsichtigkeit, Hilfsbereitschaft, wahres Interesse und Unterst\u00fctzung. Menschen, die die Ruhe der Natur suchen und sich an Landschaft, Sternen, Lagerfeuer und Vogelgezwitscher erfreuen. Und es gibt Machtk\u00e4mpfe auf der Stra\u00dfe und in den Camps, L\u00e4rm, Staub, Dreck und Egoismus. Wie sollte es da auf der ganzen gro\u00dfen Welt anders sein?<\/p>\n<p>Doch hat die Gibb River Road ihren ganz besonderen Reiz. Landschaftlich sind wir sehr angetan und dann der allabendliche Sternenhimmel, manchmal begleitet von einem Lagerfeuer. Da die meisten \u201eSehensw\u00fcrdigkeiten\u201c einige Kilometer abseits der Piste liegen haben wir nicht alle mitnehmen k\u00f6nnen, worum es ja aber auch nicht geht. Besonders gefallen hat uns die Bell Gorge und das ein oder andere Bushcamp, bei dem die Dusche durch ein Bad im Fluss ersetzt wurde. Auch die Wasserversorgung war vergleichsweise einfach, da es gen\u00fcgend Creeks und River gab, an denen wir mit unserem Wasserfilter erstklassiges Trinkwasser erzeugen konnten.<\/p>\n<p>Dennoch sind wir nach etwa 700 km reiner Piste und einer gro\u00dfen Bandbreite an Eindr\u00fccken recht froh, wieder einmal ohne R\u00fctteln und Sch\u00fctteln auf sch\u00f6nem glatten Teer dahinrollen zu k\u00f6nnen. In Derby machen wir nur eine Nacht halt um unsere Vorr\u00e4te aufzustocken und um uns einen kleinen Eindruck von dem St\u00e4dtchen zu verschaffen. Am eindrucksvollsten ist der Sonnenuntergang am Meer. Wir wollen m\u00f6glichst z\u00fcgig nach Broome, um dort ein wenig Pause einzulegen. Uwe wartet die R\u00e4der und wechselt Ritzel und Ketten, die Bilder m\u00fcssen aufgespielt werden, die n\u00e4chste Etappe muss geplant werden, der Bericht will geschrieben werden, die sich in den Packtaschen h\u00e4uslich niedergelassenen Ameisen wollen oder wollen auch nicht von den Lebensmitteln getrennt werden und Einkaufen und W\u00e4sche waschen stehen auf dem Programm &#8211; das \u00dcbliche eben. Daneben probieren wir mal aus, unser eigenes M\u00fcsli zu r\u00f6sten und zu mischen, damit es etwas nahrhafter wird, als die Fertigpackungen. Am sch\u00f6nsten ist jedoch, dass wir einen netten ruhigen Campsite mit Blick auf das t\u00fcrkisblaue Wasser ergattern konnten. Ein sch\u00f6ner Kontrast nach all dem Staub. Und dann passt das Timing auch noch besser als man es h\u00e4tte planen k\u00f6nnen. Wir erreichen Broome genau zum Vollmond und k\u00f6nnen gleich an drei Abenden in Folge den Aufgang des vollen Mondes am Horizont bewundern. Das allein ist schon faszinierend, doch wird das Schauspiel erg\u00e4nzt durch eine Lichtreflektion auf den kleinen Wasserrinnen am Strand bei Ebbe, das einer Treppe \u00e4hnelt und dem Ganzen den Name \u201eStaircase to the Moon\u201c einbringt. Auch dem langen wei\u00dfen Cable Beach statten wir einen Besuch ab. Beim sunset gibt es dort zwei Gruppen von Touristen: Einmal die, die auf einem Camel am Strand entlang reiten und dann die, die die am Strand entlangreitende Camel-Karawane fotografieren. Zu welcher Gruppe wir z\u00e4hlen, k\u00f6nnt Ihr den Fotos entnehmen.<\/p>\n<p>Morgen werden wir noch einen Tag relaxen. Die Ausarbeitung der weiteren Strecke hat ergeben, dass uns bis zu unserem n\u00e4chsten Ziel namens Coral Bay etwa 1.400 km ohne besondere Stopps bevorstehen. 14 reine Fahrtage also, die es einfach nur durchzuziehen gilt. Wer wollte nochmal mit uns tauschen?<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwer bepackt verlassen wir das angenehme St\u00e4dtchen Kununurra. 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