{"id":2663,"date":"2015-08-07T11:54:33","date_gmt":"2015-08-07T10:54:33","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=2663"},"modified":"2015-08-07T12:23:19","modified_gmt":"2015-08-07T11:23:19","slug":"broome-bis-coral-bay-1-879-km-macht-10-917-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=2663","title":{"rendered":"Broome bis Coral Bay: 1.879 km \u2013 macht 10.917 km"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer sch\u00f6nen Pause in Broome ist es an der Zeit weiter zu ziehen. Doch als wir aus der Stadt radeln geschieht etwas inzwischen sehr ungewohntes: Es regnet. F\u00fcr uns nahezu befremdlich, denn die letzten Regenetappen liegen schon so lange zur\u00fcck, dass wir erst unsere Regenausr\u00fcstung aus den Tiefen der Satteltaschen nach oben bef\u00f6rdern m\u00fcssen.<!--more--> Das \u201eRoebuck Plains Roadhouse\u201c, ca. 35 km vor Broome soll aufgrund des Wetters unser Anlaufpunkt f\u00fcr die Nacht sein. Hier waren wir schon auf dem Hinweg. Wir wissen, dass der angeschlossene Campingplatz keine Campk\u00fcche hat und als wir fragen, ob wir ausnahmsweise unter einem Dach in der N\u00e4he der Duschr\u00e4ume unser Abendessen zubereiten d\u00fcrfen damit wir irgendwo im Trockenen sitzen k\u00f6nnen, sind wir ob der Antwort sehr verbl\u00fcfft. \u201eNein, das geht nicht. Ich denke unser Caravanpark ist nicht der richtige Platz f\u00fcr Euch.\u201c Ups! Mir f\u00e4llt erst mal gar nix ein, Nicole dr\u00fcckt zumindest noch aus, was wir f\u00fchlen: \u201eEs tut mir sehr leid, dass wir bei unserem ersten Besuch knapp 100 Dollar hier gelassen haben, f\u00fcr Campingplatz und Dinner im Restaurant.\u201c So verlassen wir das Etablissement und suchen uns ein Buschcamp, der Regen h\u00f6rt auch wieder auf.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Tage bestehen aus radeln, radeln, radeln. Wir haben einige sch\u00f6ne Buschcamps an sch\u00f6nen Flussl\u00e4ufen, grandiose Sonnenunterg\u00e4nge, Lagerfeuer und Sternenhimmel. Highlights bestehen aus dem Erreichen von Roadh\u00e4usern, hier g\u00f6nnen wir uns dann \u201eBurger with a lot\u201c, oder andere Leckereien und freuen uns \u00fcber eine Dusche.<\/p>\n<p>Der Landstrich durch den wir uns bewegen nennt sich \u201ePilbara\u201c und hat durchaus seine landschaftlichen Reize. In diesem Teil Westaustraliens liegen jedoch auch riesige Vorkommen an Bodensch\u00e4tze, wie zum Beispiel Eisenerz. Das zeigt sich besonders beim Erreichen der Stadt Port Hedland, hier besch\u00e4ftigt sich alles mit dem Bergen und Verschiffen von Rohstoffen. Die G\u00fcterz\u00fcge die das Erz aus den Mienen in die Stadt transportieren sind bis zu f\u00fcnf Kilometer lang, die Roadtrains, die Erze transportieren haben nun vier anstelle von drei Anh\u00e4ngern und in dem Visitorcenter sind die Zeiten der einlaufenden und auslaufenden Ozeanriesen angeschlagen. Der Rohstoffhunger der globalen Welt wird hier gestillt. Und in Gespr\u00e4chen erfahren wir, dass Arbeitercamps f\u00fcr Minenarbeiter mit einer Gr\u00f6\u00dfe bis zu 10.000 Personen weiter im Landesinneren nicht ungew\u00f6hnlich sind. Die Minenangestellten verdienen gut und dementsprechend sind hier auch die Preisgef\u00fcge h\u00f6her angesiedelt.<\/p>\n<p>Nach all dem Trubel und Gesch\u00e4ftigkeit, die einem Bienenstock gleicht, sind wir froh, wieder unsere ruhigen Spuren auf den Asphalt legen zu k\u00f6nnen. Wir haben Gl\u00fcck mit dem Wind, wir bewegen uns s\u00fcdwestlich und der Wind kommt meist aus Ost, so dass wir an vielen Tagen eine kleine R\u00fcckenwindkomponente sp\u00fcren. Zwischendurch haben wir unser 10.000 km-Jubil\u00e4um. Ein sch\u00f6ner und emotionaler Moment \u2013 angesto\u00dfen wird sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kommt unsere finale Etappe: Wir sind am Roadhouese Nanutarra und kalkulieren noch drei Tagesetappen bis Exmouth, denn es sind noch immerhin 280 km bis dorthin. Die heutige Etappe soll an einer \u201eFreecamprestarea\u201c enden, ein Parkplatz neben der N1, auf dem man \u00fcbernachten kann. Wir starten morgens um neun, es l\u00e4uft gut und nach 75 km erreichen wir schon gegen fr\u00fchen Nachmittag den Platz. Es sind schon viele Auto\u00b4s mit Caravan da, ein Dach, welches uns bei Regen sch\u00fctzen w\u00fcrde hat es nicht, wir sind noch gut drauf und beschlie\u00dfen schlie\u00dflich: \u201eKomm, wir machen noch mal ein St\u00fcck\u201c. Gesagt, getan und wir machen uns auf den Weg um noch ca. f\u00fcnfzig Kilometer bis zum n\u00e4chsten Parkplatz zu radeln. Als wir den Platz sehen ist kein anderes Auto da und wir beschlie\u00dfen uns ein Buschcamp zu suchen. So beim Radeln scherzt Nicole \u201eNaja, eigentlich k\u00f6nnten wir auch durchfahren. Morgen soll es regnen und wenn wir durchradeln w\u00e4ren wir morgen fr\u00fch in Exmouth\u201c.Wir albern ein bisschen mit dem Thema herum und schlie\u00dflich sage ich: \u201eAlso eins ist klar, wenn wir das machen, dann gibt\u00b4s kein zur\u00fcck. Dann machen wir erst Feierabend, wenn wir in Exmouth sind\u201c. Ein Selbstl\u00e4ufer ist geboren. F\u00fcr uns Beide ist es nun ein Kick, dieses Ziel zu erreichen und wir beschlie\u00dfen es zu versuchen. Kurz vor Sonnenuntergang, wir haben schon ca. 120 km geradelt, machen wir eine gro\u00dfe Pause mit Nudeln und allem frischen Gem\u00fcse das wir noch haben. Dann geht\u00b4s los, 160 km liegen vor uns und es wird eine richtig sch\u00f6ne Erfahrung, im wahrsten Sinne des Wortes. Nicole ist eine Nachteule und hat mit M\u00fcdigkeit weniger Probleme als ich. Zweimal habe ich gut zu tun, die Balance zu halten, vor M\u00fcdigkeit. Bei km 200 soll es noch eine Nudella-Pause geben, schlussendlich machen wir dann eine \u201eM\u00fcsli-Pause\u201c, denn wir k\u00f6nnten essen, essen, essen. Gegen acht Uhr erreichen wir Exmouth, w\u00e4hrend der Nacht hatten wir so gut wie keinen Verkehr und zwei sch\u00f6ne Begegnungen mit K\u00e4ngurus. Seither wissen wir, dass K\u00e4ngurus auch r\u00fcckw\u00e4rts h\u00fcpfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Exmouth ist unser Ausgangspunkt zum \u201eCape Range Nationalpark\u201c. Wir m\u00f6chten ans Ningaloo Reef um dort die Unterwasserwelt mit der Schnorchelausr\u00fcstung zu erkunden. Vorher machen wir noch eine Bootstour zur Walbeobachtung, allerdings sind wir beide nicht seefest und sind froh, wieder festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Die Zeit im Nationalpark vergeht wie im Fluge, wir beobachten Delfine vom Strand aus, wir schnorcheln und haben eine f\u00fcr uns sehr beeindruckende Begegnung mit einer Meeresschildkr\u00f6te. Ganz relaxt schwimmt Sie zwischen den Korallen und wir d\u00fcrfen Sie beim Schwimmen beobachten. Nach zwei weiteren Fahrtagen kommen wir nach Coral Bay, ein Ort bestehend aus zwei Campingpl\u00e4tzen und ein bisschen Infrastruktur wie Supermarkt und Restaurant. Hier schlafen wir die erste Nacht auf einem \u201eOverflow-Campsite\u201c, denn die Campingpl\u00e4tze sind ausgebucht, am n\u00e4chsten Tag wird jedoch was frei und wir ziehen um. Nun sind wir hier, schnorcheln und genie\u00dfen den Strand.<\/p>\n<p>Und nun?<br \/>\nEigentlich ist es an der Zeit weiter zu ziehen. Freunde von uns haben uns in einer Email gefragt \u201eWie geht es Euch, habt Ihr Abf\u00e4lle? \u2013 Nein keine Abf\u00e4lle f\u00fcr die M\u00fclltonne, gemeint sind Motivations- Leistungs- und sonstige Abf\u00e4lle.\u201c<br \/>\nPassend zu dieser Frage k\u00f6nnen wir sagen, dass wir hier eigentlich drei N\u00e4chte bleiben wollten und nun schon das zweite Mal f\u00fcr je einen Tag verl\u00e4ngern. Das Wetter ist regnerisch, im S\u00fcden ist es noch Winter, ein weiterer l\u00e4ngerer Stopp ist f\u00fcr uns als Motivationshilfe noch nicht definiert, und wahrscheinlich ist es ein Trugschluss zu denken, dass es innerhalb eines Jahres Fahrradreise keine Motivationsschwankungen gibt. Platt ausgedr\u00fcckt w\u00fcrde der ein oder andere sagen: \u201cDie Luft ist raus\u201c oder \u201eJetzt ist ein H\u00e4nger da\u201c. So krass m\u00f6chten wir\u00b4s nicht sagen, denn wir haben unseren Focus fest auf unsere zwei Ziele gerichtet: Sydney erreichen und einen gro\u00dfen Teil zur Finanzierung des Wassertanks beizutragen. Und die Freude am Radeln wird uns bestimmt bald wieder einholen. Wor\u00fcber wir uns aber auf jeden Fall freuen sind die vielen Spendeneing\u00e4nge der letzten Tage. Da bleibt uns nur zu sagen: Vielen Dank und weiter so!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer sch\u00f6nen Pause in Broome ist es an der Zeit weiter zu ziehen. Doch als wir aus der Stadt radeln geschieht etwas inzwischen sehr ungewohntes: Es regnet. F\u00fcr uns nahezu befremdlich, denn die letzten Regenetappen liegen schon so lange zur\u00fcck, dass wir erst unsere Regenausr\u00fcstung aus den Tiefen der Satteltaschen nach oben bef\u00f6rdern m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":2664,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2663","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-australien-2015"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2663","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2663"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2663\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2672,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2663\/revisions\/2672"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}