{"id":2812,"date":"2015-09-09T03:34:40","date_gmt":"2015-09-09T02:34:40","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=2812"},"modified":"2015-09-09T04:11:32","modified_gmt":"2015-09-09T03:11:32","slug":"we-are-maureens-friends-she-has-given-us-her-adress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=2812","title":{"rendered":"We are Maureens friends, she has given us her adress."},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Coral Bay bis Bunbury: 1.578 km \u2013 macht 12.495 km<\/strong><br \/>\n<\/em>So sollte eigentlich die \u00dcberschrift hei\u00dfen, doch dazu sp\u00e4ter mehr. Bei jedem Bericht stelle ich mir immer die Frage, wo fange ich an und wo h\u00f6re ich auf, ob der ganzen Eindr\u00fccke, die sich ansammeln.<!--more--> Eigentlich w\u00e4re Nicole heute am Zuge und eigentlich wollten wir schon in Perth den Bericht erledigt haben, doch nun sind wir schon 200 km s\u00fcdlich von Perth, in Bunbury und die Stadt ist so etwas wie die Hauptstadt des \u201eDolphine-watching\u201c (Delfine-schauen). Deshalb schreibe ich Bericht und Nicole sieht \u2013 hoffentlich \u2013 Delfine.<\/p>\n<p>Von Coral Bay starten wir in Richtung S\u00fcden, nicht ohne vorher noch einmal unsere \u201eB\u00e4ckerei des Vertrauens\u201c heimzusuchen. Ein s\u00fc\u00dfes Abschiedsst\u00fcckchen inclusive, denn wir wissen, dass nun vier Fahrtage auf uns warten, ehe wir das St\u00e4dtchen Canarvon erreichen werden. Schon als wir aus Coral Bay fahren, sp\u00fcren wir den Gegenwind, der uns die n\u00e4chsten Tage ein treuer, wenn auch unerw\u00fcnschter, Begleiter sein wird. Wir hangeln uns durch und schlafen auf sogenannten \u201efreecamps\u201c, Parkpl\u00e4tze neben der Stra\u00dfe, auf denen man \u00fcber Nacht stehen kann. Meistens gern besucht von den \u201egrauen Nomaden\u201c, australische Rentner, die mit ihrem Wohnwagen ums Land ziehen. Zum Wind gesellt sich noch Regen, den wir manchmal als Schauer erleben und gl\u00fccklicherweise nur nachts als heftigen Dauerregen im Zelt h\u00f6ren. Unterwegs treffen wir zwei weitere deutsche Radler, Tanja und Waldeck, die auch die gleiche Richtung haben wie wir, so kreuzen sich ab und zu unsere Wege. Wir sind jetzt schon lange im Outback unterwegs, mit vielen einfachen Camps und freuen uns schon darauf, wieder einmal in ein St\u00e4dtchen zu kommen und so ist Carnavon f\u00fcr uns eine sch\u00f6ne Zwischenstation. Hier wird viel Obst und Gem\u00fcse angebaut, selbst ein Flugplatz mit Landebahn f\u00fcr gro\u00dfe Airliner ist hier zu finden. Wir bleiben zwei Tage, schauen uns die Stadt an, lassen an einem Abend den Campingkocher kalt und gehen zum Inder, warten die Fahrr\u00e4der, machen W\u00e4sche, dann geht\u00b4s wieder los zu unserem n\u00e4chsten Etappenziel, die Stadt Geraldton. F\u00fcr diesen Abschnitt haben wir sechs Fahrtage ins Auge gefasst. Wie bereits auf dem Abschnitt von Coral Bay nach Carnarvon, ist auch hier der Gegenwind oftmals unser Begleiter. Auf dem weiteren Weg d\u00fcrfen wir eine neue Erfahrung machen: War es bisher an den Roadh\u00e4usern kein Problem, Wasser aus dem Wasserhahn zu bekommen, so wird uns das am \u201eOverlander Roadhouse\u201c mit der Begr\u00fcndung verweigert, es sei kein Trinkwasser. Nun gut, so fragen wir eben tankende Fahrer von Wohnwagengespannen und freuen uns \u00fcber deren Unterst\u00fctzung. An einem Tag hatte der Wind noch Verst\u00e4rkung beim Regen geholt und so sind wir froh, als wir das \u201eBillabong Roadhouse\u201c erreichen und ein Zimmer bekommen. Keine Luxussuite, aber viel besser als zelten bei Dauerregen. Die n\u00e4chsten Tage ist immer wieder ein \u201eKatz-und-Maus-Spiel\u201c mit dem Regen, es scheint uns allerdings, dass wir oft \u201egerade so\u201c trocken durch den Tag und zu den \u201efreecamps\u201c kommen. Der letzte Fahrtag vor Geraldton ist seltsam, denn so ganz langsam, unauff\u00e4llig und ohne Vorwarnung \u00e4ndert sich das Landschaftsbild. Keine Buschlandschaft, keine unber\u00fchrten Fl\u00e4chen, sondern Weideland, abgesteckte Parzellen und Farmland mit Farmen kommen ins Sichtfeld. Und wir wissen, dass wir nun das Outback f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen, vielleicht bis Ende September hinter uns gelassen haben, denn s\u00fcdlich von Geraldton wird die Besiedelung immer dichter.<\/p>\n<p>Trotz dem, oder vielleicht gerade deshalb freuen wir uns, Geraldton zu erreichen, denn f\u00fcr hier haben wir eine Einladung von einer Familie, die in \u201ewarm showers\u201c (Fahrradgemeinschaft im Internet) ist. Nach Sonnenuntergang erreichen wir das Heim von Fiona und Damon, die uns mit Ihren zwei M\u00e4dels schon erwarten und es gibt erst mal ein leckeres Abendessen. Wir f\u00fchlen uns wie K\u00f6nige, zumal wir ein eigenes Apartmenth\u00e4uschen haben. Mit eigenem Bad. Wow, was ein Luxus nach all den einfachen Camps. So verleben wir ein paar Tage in Geraldton, Nicole bekommt endlich einen Sattel der passt, wir haben nette Abende mit den Gastgebern, lernen die Stadt etwas kennen und treffen im Supermarkt ganz zuf\u00e4llig auf Frank und seine Familie. Frank ist ein alter Bekannter, den ich schon ca. zehn Jahre nicht mehr gesehen habe. Nun treffen wir uns ausgerechnet hier in einer Stadt am anderen Ende der Welt. Sie sind vor kurzem in Perth gelandet und reisen sechs Monate in Australien per Auto. (<a href=\"http:\/\/www.weltenbummlerfamilie.de\">www.weltenbummlerfamilie.de<\/a>). So klein ist die Welt.<\/p>\n<p>Dann hei\u00dft es wieder einmal Abschied nehmen von netten Menschen und wir radeln weiter in Richtung Perth. Von hier aus wird es einfacher, sei es mit der Verpflegung, sei es mit den \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten. \u00c4hnlich wie es an der Ostk\u00fcste war, so ist auch hier die Infrastruktur gut. In den Satteltaschen Vorr\u00e4te f\u00fcr ein bis zwei Tage und abends zumeist sogar die Wahl zwischen mehreren Campingpl\u00e4tzen. So erreichen wir an einem Sonntag Perth und haben dadurch keinen Berufsverkehr. Wir kommen von Norden der K\u00fcste entlang zur Stadt und wundern uns, wie massiv sich die Stadt ausbreitet, \u00fcberall Neubaugebiete, Kilometer f\u00fcr Kilometer. Vor drei Jahren waren wir schon einmal in der Stadt und so besuchen wir nat\u00fcrlich auch die sch\u00f6nen Pl\u00e4tze, die uns unsere Freundin Barbara damals zeigte.<br \/>\nAn einem der Pl\u00e4tze \u201eHillarys Boat Harbour\u201c kommen wir mit Maureen ins Gespr\u00e4ch, die einen Spaziergang mit ihrem Enkel unternimmt. Spontan l\u00e4dt Sie uns ein, bei Ihr zu wohnen, solange wie wir in Perth sind. Wir sind wieder einmal sprachlos ob der Gastfreundschaft die uns entgegen gebracht wird. Sie schreibt uns Ihre Adresse auf einen Zettel und auf der R\u00fcckseite schreibt Sie: \u201eWe are Maureens friends and she gave us her adress\u201c, \u201eWir sind Freunde von Maureen und Sie hat uns Ihre Adresse gegeben\u201c. Falls Sie noch nicht zuhause w\u00e4re wenn wir k\u00e4men, sollten wir einfach klingeln und der japanischen Studentin, die zurzeit bei ihr wohnt, den Zettel zeigen.<\/p>\n<p>So haben wir f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf N\u00e4chte wieder ein \u201eZuhause\u201c. Tags\u00fcber gehen wir unseren Erledigungen nach und am Abend genie\u00dfen wir die Gespr\u00e4che mit Maureen und Richard, ihrem Lebensgef\u00e4hrten. Zu unseren Erledigungen: Einiges ist nach acht Monaten verschlissen. Neue Fahrradhosen, neues Trikot f\u00fcr Nicole, neue Jacke f\u00fcr Uwe, neuen Sattel f\u00fcr Uwe, neue Tasse f\u00fcr Nicole und einen Multifuel-Campingkocher (kocht mit Benzin) g\u00f6nnen wir uns schlie\u00dflich auch. Dann sind die Fahrr\u00e4der an der Reihe: Durch den feinen Staub der Pisten sind die Tretlager verschlissen und m\u00fcssen ausgewechselt werden. Gl\u00fccklicherweise ist in Laufn\u00e4he von Maureens Haus ein kompetenter Reparaturservice. Einen Tag nehmen wir uns Zeit um die Stadt und das Western-Australia-Museum anzusehen. Wie schon an anderen Orten, so f\u00fchlen wir uns auch hier bei Maureen herzlich aufgehoben und es f\u00e4llt wieder einmal schwer, Abschied zu nehmen. Gerne w\u00e4ren wir noch geblieben, doch wir wissen auch, dass wir nicht tr\u00f6deln k\u00f6nnen, denn es sind nur noch gute dreieinhalb Monate Zeit bis Sydney.<\/p>\n<p>Perth verlassen wir indem wir am Swan-River entlang radeln um dann am Hafen vorbei nach Fremantle zu gelangen. Wieder einmal erreichen wir nach B\u00fcroschluss die Rezeption des Campingplatzes und zuf\u00e4llig sieht uns Jenny, die hier am Platz ein Haus hat. Lange Rede kurzer Sinn: Wir schlagen unser Zelt auf Jennys Terrasse auf. \u00dcber Rockingham und Mandurah, zwei sch\u00f6ne St\u00e4dte, erreichen wir Bunbury. Hier machen wir wieder eine kleine Pause um den Internetbericht zu erstellen, Delfine zu sehen, W\u00e4sche zu erledigen usw. Morgen werden wir weiter ziehen um \u2013 vielleicht und hoffentlich \u2013 noch irgendwo an der K\u00fcste Buckelwale zu sehen, die n\u00e4chsten ca. drei Wochen werden wir in \u00e4hnlich erschlossener Infrastruktur unterwegs sein, bevor mit der Durchquerung der Nullabour wieder ein Wechsel stattfinden wird.<\/p>\n<p>Was uns auch hier bewegt: Die Ereignisse in Deutschland lassen uns nat\u00fcrlich nicht unber\u00fchrt. Sowohl die Nazi-Anschl\u00e4ge als auch die Fl\u00fcchtlingswelle gehen hier durch die Medien und wir sind betroffen. Nach den Anschl\u00e4gen war es uns unangenehm zu sagen \u201eWe are from Germany\u201c. Wir wissen auch, dass es eine Herausforderung ist, den Ansturm der Fl\u00fcchtlinge zu meistern. Doch wir wissen auch, dass wir in der guten Situation sind, in einem Land zu leben, das wirtschaftlich stark ist und die derzeitige Situation meistern wird. Schlussendlich bleibt zu sagen: Ein Mensch ist ein Mensch, unabh\u00e4ngig der Hautfarbe, der Nation, der Religion.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Coral Bay bis Bunbury: 1.578 km \u2013 macht 12.495 km So sollte eigentlich die \u00dcberschrift hei\u00dfen, doch dazu sp\u00e4ter mehr. 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