{"id":2930,"date":"2015-10-02T13:19:54","date_gmt":"2015-10-02T12:19:54","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=2930"},"modified":"2015-10-02T13:26:17","modified_gmt":"2015-10-02T12:26:17","slug":"bunbury-bis-esperance-1-218-km-macht-13-713-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=2930","title":{"rendered":"Bunbury bis Esperance: 1.218 km \u2013 macht 13.713 km"},"content":{"rendered":"<p>8.400 H\u00f6henmeter, Regen, K\u00e4lte und Gegenwind waren das, was die vergangenen 1.218 Kilometer seit Bunbury im S\u00fcd-Westen Australiens gepr\u00e4gt haben. Das Wetter ist untypisch f\u00fcr diese Jahreszeit. Eigentlich sollte es w\u00e4rmer und best\u00e4ndiger sein. Doch es ist wie es ist. <!--more--><\/p>\n<p>So ist es auch mit den Delfinen in Bunbury. Wo sich keine zeigen, zeigen sich eben keine. Als wir im Januar 2012 auf unserer dreiw\u00f6chigen Mietwagenrundfahrt hier stoppten, tummelten sich so viele Delfine in der Bucht, ja sogar direkt am Strand, dass unser zeitlich bedingt nur kurzer Stopp gar nicht ausreichte, um genug davon zu bekommen. Umso gr\u00f6\u00dfer war nun die Vorfreude, je weiter wir uns Bunbury n\u00e4herten. Doch so sehr ich auch all die Stellen von 2012 abradelte, bis auf ein paar kurz aufblitzende R\u00fcckenflossen war diesmal Nichts zu sehen. Schade. Doch so ist das eben manchmal mit Erwartungen. Dem entgegen ereignen sich dann wiederum Dinge, deren Zustandekommen uns immer wieder in gro\u00dfes Erstaunen versetzen. Als wir in der Hoffnung auf eine Delfinsichtung unseren letzten Abend mit einer leckeren take-away-Pizza leicht fr\u00f6stelnd in sch\u00f6n angelegten Liegest\u00fchlen mit Blick auf die Bucht von Bunbury verbringen, geht ein Paar an uns vorbei. Sie gr\u00fc\u00dfen freundlich, fragen wie die Pizza schmeckt, bleiben nach einigen Metern z\u00f6gernd stehen und blicken sich unschl\u00fcssig zu uns um. Ob wir in Coral Bay waren. Ja, waren wir. Ob Uwe Uwe hei\u00dft. Ja, hei\u00dft er. Und dann es da, das Wiedererkennen. Lucy, Terry und Uwe waren sich in Coral Bay begegnet, als sie zuf\u00e4llig gemeinsam am Wohnwagen der auf dem Caravanplatz campierenden Friseurin auf ihren Haarschnitt warteten und dabei ins Gespr\u00e4ch kamen. Es war schon dort eine nette Begegnung und umso gr\u00f6\u00dfer ist die Freude und das Erstaunen \u00fcber das zuf\u00e4llige Wiedertreffen. Wir plaudern ein wenig \u00fcber dies und das und dann auch \u00fcber unsere weitere Strecke. Noch mehr staunen wir dann, als uns die Beiden die Schl\u00fcssel zu ihrem Ferienhaus aush\u00e4ndigen, das zuf\u00e4llig in etwa zehn Tagen direkt auf unserer weiteren Route liegt. Das haben die Delfine wirklich geschickt eingef\u00e4delt.<\/p>\n<p>Doch bis zu dem komfortablen, warmen Bett ist es noch ein gutes St\u00fcck Weg. Wir entschlie\u00dfen uns, die s\u00fcdwestlichste Ecke Australiens komplett auszufahren, da wir hier zum einen 2012 einiges abgek\u00fcrzt hatten und zum anderen einige der verhei\u00dfungsvollen &#8222;besten&#8220; Aussichtspunkte zum Whalewhatching nicht verpassen wollen. Doch leider verh\u00e4lt es sich mit den Walen so, wie mit den Delfinen. Eher schlechter &#8211; es gibt nicht einmal R\u00fcckenflossen. Allerdings ist das Meer auch so rauh, dass, selbst wenn sich Wale dort t\u00fcmmeln sollten, es schwer bleibt, sie zu sichten. Zumal wir ohne Fernglas auskommen m\u00fcssen. Der Plan mit den Aussichtspunkten geht also ebenso wenig auf wie der Plan, den australischen Winter zu umradeln. Es ist kalt, es regnet und der Wind kommt nicht nur aus der falschen Richtung, sondern ist auch ziemlich kr\u00e4ftig. Selbst das Meerwasseraquarium am Ende des zwei Kilometer langen Jetty in Busselton ist wegen schlechter Sicht geschlossen. Schade. Auch darauf hatten wir uns gefreut.<\/p>\n<p>Statt dessen gibt es die ein oder andere Cabin auf dem Campsite, das sind kleine einzeln stehende H\u00fcttchen, zumeist mit eigener Mini-K\u00fcche und eigenem Bad und eine hervorragende Alternative bei April-Wetter im September. Es macht einfach keinen Spa\u00df bei sechs Grad am Abend vor dem Zelt zu frieren und morgens alles pitschenass einzupacken. Daf\u00fcr gibt es grandiose Landschaften mit einigen H\u00f6henmetern. Wir radeln durch sch\u00f6ne W\u00e4lder, erfreuen uns an riesigen wild wachsenden Feldern wei\u00dfer Callas, passieren zahlreiche Weinfelder, begegnen K\u00e4ngurus &#8211; diesmal sogar boxenden &#8211; genauso wie den inzwischen sehr lieb gewonnen Papageien, haben immer wieder tolle Ausblicke auf die K\u00fcste und am Abend das ein oder andere Lagerfeuer gegen die K\u00e4lte.<\/p>\n<p>Auf unserer Tour ist uns von verschiedenen Radlern immer wieder der Munda-Biddi-Trail ans Herz gelegt worden. Ein extra f\u00fcr Mountainbiker angelegter \u00fcber 1000 Kilometer langer Track, der von Perth bis Albany f\u00fchrt. Wir wollen in Pemberton einsteigen und die etwa 300 km bis nach Albany abseits der Stra\u00dfen zur\u00fccklegen. So der Plan. Der Weg ist wirklich sch\u00f6n, allerdings handelt es sich tats\u00e4chlich um einen Trail &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes. Das hei\u00dft es geht auf schmalen Pf\u00e4dchen \u00fcber Stock und Stein mitten durchs Buschland. Das hatte zumindest ich nicht wirklich so erwartet. Wir brauchen f\u00fcr die gerade mal 48 Kilometer bis Northcliff \u00fcber 4 Stunden reine Fahrzeit und haben dazu 700 H\u00f6henmeter auf dem Tacho. Und ich bin geschafft. Mit den \u00fcber 50 kg Rad- und Gep\u00e4ckgewicht h\u00e4lt sich der Spa\u00dffaktor f\u00fcr mich sehr in Grenzen. So belassen wir es bei dieser einen Etappe und kehren am n\u00e4chsten Tag wieder auf die Stra\u00dfe zur\u00fcck, die sich leider als Piste entpuppt. Aber wenigstens als eine Gute.<\/p>\n<p>Und dann erreichen wir &#8222;unser&#8220; Ferienh\u00e4uschen. Idyllisch gelegen und ein ganzer Tag zum Nichts tun. Abends heizt Uwe dann den Holzofen ein und bringt den DVD-Player ins Laufen und wir trainieren mit &#8222;Finding Nemo&#8220; unser Englisch. Dar\u00fcber hinaus erinnert uns der nette Trick-Film an unsere Schnorchelerlebnisse der vergangenen Monate. Gegen Mittag des folgenden Tages treffen Lucy und Terry ein, die uns die n\u00e4here Umgebung per Auto zeigen. Zum &#8222;tea&#8220;, wie die Australier auch zum Abendessen sagen, kommen noch ein befreundetes Ehepaar sowie die Nachbarin hinzu und wir verbringen einen geselligen Abend mit ein wenig Dorftratsch und einigen Anekdoten \u00fcber K\u00e4nguruunf\u00e4lle und Haiangriffe, die gl\u00fccklicherweise \u00fcberlebt werden. Daneben erhalten wir von allen zusammen sage und schreibe 250 $ an Spenden f\u00fcr den Wassertank in Kenia, \u00fcber die wir uns ebenso sehr freuen wie \u00fcber die herzliche Gastfreundschaft.<\/p>\n<p><em>*** An dieser Stelle unterbrechen wir den Bericht f\u00fcr eine kurze Werbepause in Sachen Wassertank. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter dem obigen Men\u00fcpunkt &gt;&gt; mach mit! &lt;&lt;. Herzlichen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit und nun zur\u00fcck zum Bericht. ***<\/em><\/p>\n<p>Die herzliche Gastfreundschaft setzt sich nur zwei Tagesetappen weiter bei Pat und Harvey in Albany fort. Wir waren uns nach der Gibb-River-Road in Derby auf dem Jetty begegnet und nun, ziemlich genau drei Monate sp\u00e4ter, stehen wir vor ihrer T\u00fcr. Die beiden hatten damals etwas von<em> ocean view<\/em> gesagt, doch das, was wir nach der herzlichen Begr\u00fc\u00dfung aus ihrem Wohnzimmerfenster erblicken, w\u00e4re ein guter Grund zum sofortigen Einzug. Die ganze King-George-Sound-Bucht liegt uns zu F\u00fc\u00dfen &#8211; springende Wale inklusive. Statt der angedachten zwei Tage bleiben wir drei und genie\u00dfen neben netten Gespr\u00e4chen und der guten K\u00fcche von Pat auch einige Ausfl\u00fcge in und um Albany. Welch sch\u00f6ne Abwechslung, die h\u00fcgelige Gegend nicht nur nicht mit dem Rad erklimmen zu m\u00fcssen, sondern auch noch so viel Interessantes zu erfahren. Herzlichen Dank &#8211; Pat und Harvey &#8211; es war sch\u00f6n mit und bei Euch! Die beiden radeln noch gut 20 Kilometer gemeinsam mit uns aus der Stadt hinaus in Richtung Stirling Range, bevor wir uns dann verabschieden. Die Landschaft bietet wundersch\u00f6ne Ausblicke auf die Bergkette und auch das Wetter ist uns wohlgesonnen. Aber es hei\u00dft heute aufgepasst, denn die schmale Landstra\u00dfe geh\u00f6rt gerade den Trucks, die die Getreideernte zum Hafen bringen. Doch, so hat Harvey &#8211; der das Getreideschiff schon in der Bucht hat vor Anker liegen sehen &#8211; f\u00fcr uns ausgekundschaftet, fahren sie nur heute, dann ist Wochenende.<\/p>\n<p>Und zwar ein langes. So finden wir heraus, nachdem wir am Montagmorgen vergebens darauf warten, dass der Supermarkt in Jerramungup seine T\u00fcren \u00f6ffnet. Queens Birthday. Das haben wir vor ein paar Wochen schon mal geh\u00f6rt. Komisch. Gut nur, dass unsere Packtaschen noch gen\u00fcgend Lebensmittel beinhalten.<\/p>\n<p>Die letzten Wochen seit Perth haben mit ihren H\u00f6henmetern und Schlechtwetterkapriolen ihre Spuren hinterlassen. Wir sind m\u00fcde. Die inzwischen schon \u00fcber 13.500 Kilometer stecken uns nicht nur in den Beinen. Doch dann schnattern am Wegesrand ein paar Papageien, als wollten sie einen ermuntern, es findet sich eine geschlossene Camp-K\u00fcche mit einer Feuerstelle zum Einheizen, wir schlafen gut, haben einen einfachen Fahrtag mit kr\u00e4ftigem R\u00fcckenwind und die Sonne kommt auch wieder zum Vorschein &#8211; und schon sieht die Welt wieder ganz anders aus.<\/p>\n<p>Doch nach all den Annehmlichkeiten der Zivilisation werden wir mit einem Busch- und einem Free-Camp samt extrem schlecht schmeckendem Trinkwasser fast wie von selbst auf das vorbereitet, was nach Esperance auf uns wartet: die sagenumwobene Nullarbor, die &#8211; so viel wissen wir inzwischen schon &#8211; nur etwa f\u00fcr 40 Kilometer tats\u00e4chlich keinerlei B\u00e4ume aufweist. Vor uns liegen 1.300 Kilometer und ein paar Roadh\u00e4user. Der Reisef\u00fchrer wartet mit einer ganz besonderen Information auf. Der erste Radfahrer hat die Nullarbor im Jahr 1886 durchquert. Er ben\u00f6tigte daf\u00fcr 31 Tage. Das erste Auto folgte dann 1912, wobei in den n\u00e4chsten 12 Jahren nur drei weitere Fahrzeuge die Strecke schafften. Heute sei der Verkehr m\u00e4\u00dfig. Was genau das bedeutet, werden wir bald in Erfahrung bringen. Doch zuvor genie\u00dfen wir noch einmal das Stadtleben im netten Esperance, eine wohltuende Massage, Cappuccino, Pizza, gutes Trinkwasser und Dusche inklusive.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8.400 H\u00f6henmeter, Regen, K\u00e4lte und Gegenwind waren das, was die vergangenen 1.218 Kilometer seit Bunbury im S\u00fcd-Westen Australiens gepr\u00e4gt haben. Das Wetter ist untypisch f\u00fcr diese Jahreszeit. Eigentlich sollte es w\u00e4rmer und best\u00e4ndiger sein. Doch es ist wie es ist.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":2931,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2930","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-australien-2015"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2930"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2935,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2930\/revisions\/2935"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2931"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/karifa.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}