{"id":3338,"date":"2016-01-22T20:28:04","date_gmt":"2016-01-22T19:28:04","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=3338"},"modified":"2016-01-22T21:37:50","modified_gmt":"2016-01-22T20:37:50","slug":"18-544-km-sydney-to-sydney-by-pushbike-this-journey-is-over","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=3338","title":{"rendered":"18.544 km Sydney to Sydney by pushbike \u2013 This journey is over&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><em>18.544 km Von Sydney nach Sydney mit dem Fahrrad \u2013 Die(se) Reise ist zu Ende Untertitel: Huskisson-Sydney-Mernes, 232 km = 18.544 km <a href=\"http:\/\/karifa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/DSC06869.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-3442\" src=\"http:\/\/karifa.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/DSC06869-300x169.jpg\" alt=\"???????????????????????????????\" width=\"220\" height=\"130\" \/><\/a><br \/>\n<\/em>Wir wachen auf und der Himmel ist wolkenverhangen. Das Zelt ist trocken, also packen wir gleich zusammen und fr\u00fchst\u00fccken frischen Obstsalat und Toastis mit Marmelade in der Campk\u00fcche.<!--more--> Gegen halb zehn geht&#8217;s los, wir verlassen Huskisson und radeln das erste St\u00fcck \u00fcber Abk\u00fcrzungen. Sp\u00e4ter nehmen wir den Highway, fahren z\u00fcgig an Nowra vorbei und dann: Es f\u00e4ngt an zu regnen und zwar nicht wenig. Bei Shoalhaven Heads machen wir Pause und Kuchenpause an der B\u00e4ckerei. Passend zur Pause wird der Regen weniger, doch kaum fahren wir weiter, sch\u00fcttet&#8217;s wieder. In den Schuhen steht das Wasser, der Verkehr ist nervig und es hat so gut wie keinen Seitenstreifen. In Gerrigong haben wir beide keine Lust mehr weiter zu fahren und m\u00f6chten ein Zimmer. Leicht gesagt, schwer getan, denn die Ferien sind schon im Gange und hier ist absolutes Urlaubsgebiet. Das merken wir sowohl an den Preisen als auch an der Verf\u00fcgbarkeit der Zimmer. Schlie\u00dflich finden wir doch noch ein trockenes Pl\u00e4tzchen, direkt in der Stadt, hei\u00dfe Dusche, thail\u00e4ndisches Restaurant in Laufn\u00e4he, Herz was willst Du mehr?<br \/>\nAm n\u00e4chsten Fr\u00fch sieht der Himmel schon vertrauenserweckender aus, es geht durch das absolut verkehrsreiche (richtig nervig) Wollongong und dann finden wir kleine K\u00fcstenwege und sogar Radwege. In Bulli machen wir Feierabend und stehen auf einem Campingplatz mit wahrlich sehr leisen Nachbarn: Der Friedhof grenzt direkt an den Campsite, na denn, uns st\u00f6rt es nicht. Beim abendlichen Einkauf stellen wir wieder einmal fest, dass die Reise bald zu Ende geht, dann wir brauchen nur ein paar Kleinigkeiten. Der n\u00e4chste Morgen beginnt mit einem Omlette, das war so geplant, wir haben uns schon darauf gefreut, was nicht geplant war, ist der heftige Platzregen, der uns in die Campk\u00fcche treibt. Doch schlussendlich haben wir Gl\u00fcck und k\u00f6nnen unsere vorletzte Etappe in Angriff nehmen. Doch vorher macht Nicole noch Ihr (sich selbst gegebenes) Versprechen wahr und schwimmt ein paar Runden im Rockpool.<\/p>\n<p>Die Strecke ist famos: St\u00e4ndig der K\u00fcste entlang, teilweise atemberaubende Stra\u00dfen entlang der Steilk\u00fcste und vor uns die H\u00fcgel (oder sind es Berge?) des Royal Nationalpark. Sieht stramm aus, doch so schlimm wird\u00b4s nicht und oben gibt es eine Verschnaufpause. Aufgrund der guten Thermik sind hier die Drachenflieger zugange, das lassen wir uns nicht entgehen und sehen Einigen beim Starten und Fliegen zu. Den Abend verbringen wir auf dem Nationalparkcamp, mit dem Wissen, dass dies unsere letzte Nacht im Zelt sein wird, zumindest auf dieser Reise. Schon seltsam irgendwie.<\/p>\n<p>Als wir in Sydney am 12. Januar auf das Rad stiegen um Australien zu umrunden, sind wir die ersten 100 km f\u00fcr unseren verstorbenen Freund Lodie geradelt, heute am 25. Dezember ist unsere letzte Etappe und zugleich der erste Todestag unseres Freundes. Vielleicht soll das so sein.<\/p>\n<p>Morgens beim Fr\u00fchst\u00fcck erhalten wir wieder einmal eine Barspende (freu-freu!) f\u00fcr den Wassertank, dann geht es los. Zuerst mit der F\u00e4hre, dann auf Radwegen durch die Stadt. Wir haben Gl\u00fcck, dass auch hier heute Feiertag ist, denn so radeln wir mit ganz wenig Verkehr durch die Stadt und stehen schlie\u00dflich &#8211; genau:&#8230;.. an der Oper!<\/p>\n<p>Seltsam. So oft hatten wir uns diesem Moment im Geiste vorgestellt und nun stehen wir da. Wie l\u00e4sst sich dieses Gef\u00fchl beschreiben? Ich kann es nicht beschreiben. Eigentlich ging ich davon aus, dass mir die Tr\u00e4nen kommen, ich eine besondere Herzensstimmung versp\u00fcre, ein imagin\u00e4rer Film in meinem Kopf abl\u00e4uft mit all den in den elfeinhalb Monaten aufgesogenen Bildern, dass wir uns weinend in den Armen liegen&#8230; Doch so ist es nicht. Ganz und gar nicht. Es f\u00fchlt sich einfach leer an. Nicht greifbar. So, als w\u00fcrden wir jetzt eine kurze Pause einlegen und dann weiter radeln. Nicole rollen dann doch ein paar Tr\u00e4nchen die Wangen herunter. Doch ich finde hierzu noch immer keine passenden Worte. So hart es sich auch anh\u00f6rt, es ist einfach ein stinknormaler Moment. Nur einmal,\u00a0 ganz kurz erhascht mich ein besonderes Gef\u00fchl, nur einen Wimpernschlag lang. Das eigentliche Erkennen dieser Tour kommt erst viiiiiel sp\u00e4ter. Wir stehen eine ganze Weile schweigend da. Schlie\u00dflich vermissen wir dann doch irgendwie jemanden, mit dem wir dieses nicht realisierbare Gef\u00fchl des offiziellen Tourendes teilen k\u00f6nnten. Eigentlich hatten zwei befreundete Paare uns Ihr Dasein zugesichert, doch aus verschiedenen &#8211; leider auch verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden &#8211; konnten Sie nicht kommen. Was nun. Da wir noch ein Foto machen lassen m\u00f6chten, beobachten wir eine Weile die quilig dahintreibende Masse der Touristen, nach einem geeigneten Fotografen Ausschau haltend. &#8222;Der mit der gr\u00fcnen Kappe vielleicht?&#8220;, meint Nicole schlie\u00dflich fragend. Wir versuchen unser Gl\u00fcck und fragen die zwei sympathisch daherkommende Touristen, ob Sie denn ein Foto von uns machen k\u00f6nnten. Und ja, das k\u00f6nnen Sie und \u201eAch, Ihr seid auch Deutsche?\u201c. Und so finden wir mit Anne und Cajo schlie\u00dflich zwei sehr nette Menschen, mit denen wir das seltsame Gef\u00fchl vom Ende unserer Australien-Umradlung teilen k\u00f6nnen. Ein Geschenk des Himmels! Danke, dass Ihr Zwei gerade &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; da ward. Eine weitere kleine Geschichte der Rubrik &#8222;Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.&#8220;<br \/>\nAbschluss der Tour soll ein Hotel direkt am Hafen sein, dass wir schon vor ein paar Tagen gebucht hatten. Und so ziehen wir nach dem definitiv obligatorischen Prosecco zur Feier des Tages f\u00fcr eine Nacht in unser Hotelzimmer ein. Die Fahrr\u00e4der d\u00fcrfen auch mit rauf. Und auf der Dachterrasse wartet ein Whirlpool auf uns, mit Blick auf Oper und Harbour Bridge. Ja, wir haben schon schlechter \u00fcbernachtet. Doch das wirkliche Highlight des Hotelbesuchs ist das Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcfett am n\u00e4chsten Morgen.<\/p>\n<p>Sydney ist wie heimkommen, denn wir haben uns ja schon ein paar Tage hier rumgetrieben, bevor wir los sind. So finden wir uns auch gleich wieder zurecht, suchen die uns bekannten Outdoor-Gesch\u00e4fte wieder heim und stellen fest: Wir brauchen nichts! Die Reise ist zu Ende und was es hier gibt, gibt es auch in Deutschland. Nicole ersteht noch ein 22 Gramm leichtes Reisebesteck. F\u00fcr die n\u00e4chste Tour? M\u00fcssen wir dann wieder auf das Gewicht der Ausr\u00fcstung achten? Viele Fragen. Antworten werden sich finden.<\/p>\n<p>Gegen Nachmittag radeln wir zu unseren Gastgebern, Sean und Peter. Als wir an der Westk\u00fcste unterwegs waren, trafen wir am Sandfire Roadhouse Sean aus Sydney (Dank Theo weiss ich, dass es der 12. Juli war). Sean war von unserer Tour begeistert und lud uns ein. Er wollte ein BBQ mit seinem Radclub f\u00fcr uns ausrichten, denn er selbst ist auch begeisterter Radfahrer. Damals dachten wir so f\u00fcr uns: \u201eJa, bis nach Sydney ist es noch sehr weit, wer wei\u00df, was bis dann ist\u201c. Doch zwei oder drei Wochen bevor wir Sydney erreichten erhielten wir eine Mail von Sean, in der er seine Einladung wiederholte und wir wussten: Ja, da ist sie wieder, die australische Gastfreundschaft und die so aufgeschlossenen Menschen.<\/p>\n<p>So verbringen wir die letzten Tage als G\u00e4ste von Sean und Peter in Coogee, einem Stadtteil von Sydney, sogar mit Strand. Das BBQ ist der Hammer, an alles hat Sean gedacht, so haben wir durch Ihn nun doch noch eine Ende-der-Tour-Party mit netten Menschen und genie\u00dfen einen sch\u00f6nen Abend. Neben dem gro\u00dfen Interesse an unserer Tour freuen wir uns auch \u00fcber einen gro\u00dfen Spendenbetrag der versammelten Radbegeisterten. Vielen Dank Euch allen!<\/p>\n<p>Die restlichen Tage bis zum Abflug verbringen wir mit verschiedenen Aktivit\u00e4ten wie zum Beispiel dem Abschlussinterview mit Barbara vom Sender SBS, einem Bummeltag in Mandy, netten Gespr\u00e4chen mit Sean und Peter und zu guter Letzt noch einmal mit einem entspannten Strandtag in Coogee. Dann unser finaler Tag, Sylvester. Ein Sylvester-Men\u00fc direkt am \u201eCircular Quay\u201c hatten wir mal ins Auge gefasst, hatten es dann jedoch wieder verworfen. Wir m\u00f6chten in den botanischen Garten. Gesagt getan, gegen neun Uhr fr\u00fch fahren wir los, um uns einen guten Platz zu sichern zu k\u00f6nnen. Anstehen, weiter anstehen und noch l\u00e4nger anstehen und dann irgendwann, nach mehr als zwei Stunden Schlange stehen, sind wir schlie\u00dflich am Einlass. Wir stellen fest, dass es viel zu voll ist und ziehen weiter, um etwas anderes suchen. So l\u00e4sst sich kurz und b\u00fcndig das Erlebte schildern, denn es war eher, naja: Die zweit beste Entscheidung. Schlussendlich finden wir noch einen guten Platz um das Feuerwerk zu sehen, dann geht es mit dem Bus zu\u00fcck zu Sean und Peter um von dort aus mit den R\u00e4dern zum Airport zu radeln. Sean hat schon auf uns gewartet und wir trinken noch einen Abschiedslik\u00f6r, sehen nochmal das Feuerwerk im TV und los geht\u00b4s. Die zehn km zum Flughafen sind schnell geradelt, R\u00e4der verpacken und dann sitzen wir schneller im Flieger als uns lieb ist.<\/p>\n<p>Das war unsere Australien-Tour. Es war gut, es war sch\u00f6n und es hat unsere Erwartungen weit \u00fcbertroffen. Das Jahr 2015 wird uns sehr tief in Erinnerung bleiben, sei es die Natur, die Menschen oder die Erlebnisse beim Radfahren. Die ganzen Highlights jetzt aufzuz\u00e4hlen w\u00fcrde den Rahmen sprengen, doch so viel ist sicher. Wir sind sehr dankbar, dass wir diese Zeit in Australien erleben durften.<br \/>\nngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18.544 km Von Sydney nach Sydney mit dem Fahrrad \u2013 Die(se) Reise ist zu Ende Untertitel: Huskisson-Sydney-Mernes, 232 km = 18.544 km Wir wachen auf und der Himmel ist wolkenverhangen. 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