{"id":3636,"date":"2016-12-15T17:43:54","date_gmt":"2016-12-15T16:43:54","guid":{"rendered":"http:\/\/karifa.de\/?p=3636"},"modified":"2016-12-15T21:11:50","modified_gmt":"2016-12-15T20:11:50","slug":"projektreise-nach-kenia-die-offizielle-uebergabe-des-wassertanks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/karifa.de\/?p=3636","title":{"rendered":"Projektreise nach Kenia &#8211;  die offizielle \u00dcbergabe des Wassertanks"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind zur\u00fcck aus Afrika. Hinter uns liegen zwei ereignisreiche Wochen im Kwale District an der s\u00fcdlichen Ostk\u00fcste Kenias. Die Erlebnisse und Eindr\u00fccke sind so vielf\u00e4ltig und facettenreich, dass sie kaum in Worte zu fassen sind. <!--more-->Sie reichen von tiefer Betroffenheit angesichts der so unw\u00fcrdigen Lebensbedingungen und dem damit verbundenen Wunsch sofort Abhilfe schaffen zu wollen \u00fcber die Begeisterung beim Besuch der erfolgreichen Vereinsprojekte bis hin zu einem Gef\u00fchl der Entt\u00e4uschung, wenn sich hier und da doch auch einmal das Gef\u00fchl einschleicht, eher als Geldgeber statt als Gegen\u00fcber angesehen zu werden. Doch der Reihe nach.<\/p>\n<p>Wir sind unterwegs mit einer siebenk\u00f6pfigen Gruppe des Vereins &#8222;Wir helfen in Afrika e.V.&#8220;. Pers\u00f6nliches Hauptanliegen dieser Reise ist die Er\u00f6ffnung des 180.000 Liter fassenden Wassertanks an der Oasis Academy in Mamba Village, f\u00fcr den mein Mann und ich mit unserer Australien-umradlung im vergangenen Jahr Spendengelder gesammelt haben. Daneben wollen wir die Gelegenheit nutzen, ein paar tiefere Einblicke in die Vereinsarbeit vor Ort zu gewinnen.<\/p>\n<p>Wir landen in Mombasa und bereits auf dem Weg vom Flughafen umf\u00e4ngt uns das bunte afrikanische Treiben, das wir von unserer Transafrika-Reise im Jahr 2008 schon so gut kennen. Uns begr\u00fc\u00dfen ein paradiesisches Fleckchen Erde, knappe 30 Grad und ein wundersch\u00f6ner palmenges\u00e4umter Sandstrand. Ideale Urlaubsbedingungen. Doch das alles r\u00fcckt f\u00fcr uns so schnell in den Hintergrund, wie f\u00fcr die meisten hier lebenden Menschen. F\u00fcr sie dreht sich das Leben um ganz andere Dinge: Eine Arbeitsstelle, ausreichend Lebensmittel, Gesundheit und Bildung. F\u00fcr Genuss bleibt da eher wenig Raum.<\/p>\n<p>Unser Programm ist umfangreich. Wir besuchen eine Augenklink, insgesamt f\u00fcnf verschiedene Schulen &#8211; zwei davon mehrmals, \u00fcberreichen 16 Lebensmittelpakte und besuchen einige der insgesamt 152 Patenkinder in ihrem Zuhause. Des Weiteren begutachten wir das nun fertiggestellte Geburtshaus der Krankenstation in Lunga Lunga, \u00fcberreichen im Namen des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums in B\u00fcdingen Unterrichtsmaterialien, wohnen der Ausmessung und Verteilung gebrauchter Brillen in einem kleinen Dorf bei und erleben die Behandlung zahlreicher kleiner Kinderf\u00fc\u00dfe, die von Jiggers befallen sind. Dabei werden wir stets von Josef und Peter begleitet, den beiden einheimischen Helfern des Vereins, ohne die es nicht ginge. \u00dcbersetzen, erkl\u00e4ren, verhandeln, vermitteln und ein Wissen um die Gegebenheiten vor Ort ist einfach unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Bereits am zweiten Tag wird mir klar, dass nachhaltige Projektarbeit alles andere als einfach ist. Wir stehen vor einem neu gebauten Toilettenblock an der Mwakigwena Schule in Ukunda, dessen Mauerwerk bereits ein Jahr nach Fertigstellung von einigen Rissen durchzogen ist. &#8222;Wie kann das sein? Das ist doch noch so gut wie neu!&#8220;, schie\u00dft es mir ein wenig entt\u00e4uscht durch den Kopf. Es wird diskutiert, viel gesprochen und schlussendlich beschlossen, dass der zust\u00e4ndige Baumeister, der in diesem Fall direkt von der Schule f\u00fcr das Projekt beauftragt worden war, baulich nachbessern muss. Da er die wenigen hierf\u00fcr ben\u00f6tigten Materialien nicht selbst finanzieren kann, stellt sie der Verein zur Verf\u00fcgung. Er hingegen bringt im Gegenzug seine Arbeitsleistung kostenlos ein.<\/p>\n<p>Je mehr wir in den n\u00e4chsten Tagen erleben und sehen, desto deutlicher wird mir, dass zwischen den deutschen Qualit\u00e4tsvorstellungen und den afrikanischen M\u00f6glichkeiten mitunter eine L\u00fccke klafft. Eingeschr\u00e4nkte Materialverf\u00fcgbarkeiten, veraltetes Werkzeug, wenig fundiertes Fachwissen und nicht zuletzt die enormen klimatischen Bedingungen f\u00fchren dazu, dass es immer wieder Sinn macht, bereits realisierte Projekte in Augenschein zu nehmen und ggf. nachzubessern und neu beauftragte Projekte mit den verantwortlichen Fachkr\u00e4ften vor Ort detailliert zu besprechen. Denn so kann gemeinsam gelernt und verbessert werden, Fertigkeiten und Standard steigen. Entwicklungshilfe in ihrer reinsten Form. So ist es eine gro\u00dfe Freude zu sehen, dass die Zusammenarbeit mit den vom Verein beauftragten Handwerkern in den letzten Jahren stetig zu einer Qualit\u00e4tsverbesserung in der baulichen Umsetzung gef\u00fchrt hat. Statt dem \u00fcblichen betonierten Fu\u00dfboden beispielsweise, der immer wieder viel zu schnell von L\u00f6chern durchzogen ist, werden inzwischen Fliesen aus Beton gefertigt und fachm\u00e4nnisch verlegt. Die Lebensdauer des Bodens wird dadurch deutlich verl\u00e4ngert. Auch das Geburtshaus in Lunga Lunga und die vier neuen Klassenr\u00e4ume an der Renate School in Mamba Village k\u00f6nnen sich sehen lassen!<\/p>\n<p>Seit Fertigstellung des Geburtshauses haben sich in den vergangenen drei Monaten schon einige Frauen zu Kontrolluntersuchungen eingefunden und bereits 9 Babys haben in dem neuen &#8222;Kreissaal&#8220; das Licht der Welt erblickt. Ist die Geburt ohne Komplikationen verlaufen, treten die M\u00fctter bereits wenige Stunden sp\u00e4ter mit ihren Babys den Heimweg an, denn zu Hause warten zumeist schon andere Kinder und die h\u00e4uslichen Pflichten auf sie. Um die Vorz\u00fcge einer hygienischen und von einer Fachkraft begleiteten Geburt in der Bev\u00f6lkerung weiter zu verbreiten, haben die Schwestern der Mission &#8222;Sisters of St. Joseph&#8220;, an die das Geburtshaus angeschlossen ist, ein &#8222;Programm&#8220; aufgesetzt, bei dem die zur Voruntersuchung erscheinenden Schwangeren einige mit Fols\u00e4ure angereicherte Lebensmittel zur Kr\u00e4ftigung f\u00fcr sich und das Ungeborene bekommen. Nach der Geburt erhalten die M\u00fctter zudem ein &#8222;Starterpaket&#8220; f\u00fcr ihr Baby: eine Garnitur Kleidung, ein M\u00fctzchen, S\u00f6ckchen und eine Babydecke. Die offizielle Einweihung des Geburtshauses findet im kommenden Februar durch den Erzbischof von Mombasa statt, aber auch eine Gruppe von &#8222;Wir helfen in Afrika e.V.&#8220; wird dabei sein.<\/p>\n<p>Und dann sehen wir ihn endlich: den Wassertank. Er ist viel gr\u00f6\u00dfer, als wir ihn uns vorgestellt haben. An die 11 Meter im Durchmesser und ziemlich tief, wie der Blick in sein Inneres zeigt. Gemeinsam mit den kenianischen Baumeistern, den Projektleitern des Vereins, dem Schuldirektor und den Mitreisenden begutachten wir Tank, Pumpe, Regenrinnen, Rohrleitungen und Hochbeh\u00e4lter gr\u00fcndlich und sind sehr zufrieden. Das Strampeln rund um Australien hat sich gelohnt. Jetzt fehlt nur noch der Regen\u2026<\/p>\n<p>Am Tag vor der offiziellen Einweihung versammeln wir an der Oasis Academy einige der \u00e4lteren Sch\u00fcler um uns. Wir wollen ein wenig erz\u00e4hlen. Von Australien, vom Radeln, von den vielen vielen Spendern, die den Bau des Wassertanks erst m\u00f6glich gemacht haben, von Gemeinsamkeiten und von Unterschieden zwischen Australien und Kenia. Da w\u00e4ren an erster Stelle die Fakten: W\u00e4hrend Australien auf einer Fl\u00e4che von 7,74 Mio. km<sup>2<\/sup> 23,78 Mio. Einwohner beherbergt [= 3,1 Einwohner pro km<sup>2<\/sup>], leben in Kenia 46 Mio. Menschen auf 580.400 km<sup>2<\/sup> [= 77,6 Einwohner pro km<sup>2<\/sup>]. In Deutschland sind es \u00fcbrigens 230 Einwohner pro km<sup>2<\/sup>. Weitere Unterschiede, so arbeiten wir mit den Sch\u00fclern heraus, bestehen im Vorkommen der Wildtiere. Elefanten, L\u00f6wen und Co. weichen den K\u00e4ngurus und den Koalas. Doch auch Gemeinsamkeiten gibt es so einige. Da w\u00e4ren beispielsweise der Anbau von Zuckerrohr, Bananen und Mangos aber auch die mit den afrikanischen Boabab-B\u00e4umern verwandten Boabs, die im Norden Australiens wachsen. Und last but not least: Die wertvolle Ressource Wasser, die auch in Australien \u00fcberall ein Thema ist. So zeigen wir den Kindern anhand ausgedruckter Fotos, dass auch wir unser Wasser w\u00e4hrend der Tour sehr h\u00e4ufig aus mit Regenwasser gespeisten Wassertanks bezogen haben. Und auch wir mussten es \u00fcber weite Strecken schleppen, wenn auch nur auf dem Rad. Doch Wasserschleppen geh\u00f6rt f\u00fcr die Kinder der Oasis Academy zumindest w\u00e4hrend der Schulzeit nun endlich der Vergangenheit an.<\/p>\n<p>Neben der offiziellen \u00dcbergabe des 180.000 Liter fassenden Wassertanks an der Oasis Academy haben wir das Gl\u00fcck noch am gleichen Tag einer zweiten Zeremonie beiwohnen zu d\u00fcrfen: Der feierlichen Einweihung von vier neuen Klassenr\u00e4ume an der Renate School. Obgleich aufgrund von kurzfristig ver\u00e4nderten Ferienzeiten nur verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Sch\u00fcler mit ihren Eltern zu den Feierlichkeiten erscheinen, sind es dennoch zwei gro\u00dfe Feste, denen neben den Lehrern auch ein Beamter des Bildungsministeriums des Kwale Districts beiwohnt. Zahlreiche bunte Gew\u00e4nder, lachende Kinder, traditionelle T\u00e4nze und so einige Reden machen die Feiern zu einem besonderen Erlebnis.<\/p>\n<p>Neben dem Bau von Geb\u00e4uden kann Projektarbeit aber auch ganz einfach ganz viel bewirken. So beispielsweise beim Jiggers. Hierbei handelt es sich um einen Parasitenbefall durch Sandfl\u00f6he, eine vorwiegend hygienische Problematik, die dazu f\u00fchrt, dass sich die weiblichen Tiere vorzugsweise unter den Fu\u00df- und Fingern\u00e4geln einnisten. Aber auch andere K\u00f6rperstellen k\u00f6nnen befallen sein. Die betroffenen Personen \u2013 oftmals Kinder \u2013 leiden unter starken Schmerzen und k\u00f6nnen mitunter nicht mehr laufen. Jiggers gilt in Afrika als Volkskrankheit der Armen und Ungebildeten und an dieser Stelle drehen wir uns nun im Kreis. Kinder mit Jiggers gehen nicht zur Schule, da sie vor Schmerzen den Schulweg nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Gleichzeitig ist Bildung wichtig um diese Erkrankung dauerhaft eind\u00e4mmen zu k\u00f6nnen. Traditionell wird Jiggers bek\u00e4mpft, indem die Larven unter den Fu\u00df- und Fingern\u00e4geln mit Nadeln versucht werden herauszuholen. Die Prozedur ist so schmerzhaft, dass die Kinder herzzerrei\u00dfend schreien. Dabei ist die Hilfe so einfach. Duncan, ein wirklich beeindruckend engagierter Kenianer f\u00e4hrt mit seinem Team von Dorf zu Dorf und versammelt die betroffenen Menschen um sich herum. Es werden Plastiksch\u00fcsseln mit einer Kaliumpermanganat-L\u00f6sung aufgestellt, in denen jeweils drei Kinder gleichzeitig f\u00fcr 15 Minuten ihre F\u00fc\u00dfe baden. W\u00e4hrend dieser Zeit wird ihnen erkl\u00e4rt, wie Jiggers entsteht und was sie tun k\u00f6nnen, um den Befall zu beenden bzw. zuk\u00fcnftig zu vermeiden. T\u00e4gliches Waschen mit Seife, etwas Vaseline und das Kurzhalten der N\u00e4gel und Haare. Das ist schon alles. Jedes &nbsp;Kind erh\u00e4lt ein St\u00fcck Seife und es ist unvorstellbar, mit welch gro\u00dfen Augen sie dieses Geschenk entgegen nehmen. Sehr viele von ihnen halten das erste Mal in ihrem Leben ein St\u00fcck Seife in den H\u00e4nden. Nach 14-t\u00e4giger Pause wird das Fu\u00dfbad wiederholt und nach weiteren 14 Tagen erfolgt eine dritte Behandlung. Danach ist der Jiggers in den meisten F\u00e4llen verschwunden. Die Kosten f\u00fcr die gesamte Behandlung liegen pro Kind bei 5 \u20ac. Wir sind zutiefst besch\u00e4mt. So viel \u00fcberfl\u00fcssiges Leid, das so einfach beseitig werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auch die Besuche bei den Patenkindern gehen nicht spurlos an uns vor\u00fcber. Wir sehen kleine H\u00fctten mit Lehmfu\u00dfb\u00f6den, ohne Schrank und ohne Bett, in denen bis zu 8 Personen auf der blanken Erde n\u00e4chtigen. Ein Bett, das hier inklusive Matratze um die 110 \u20ac kostet ist f\u00fcr viele Familien unerschwinglicher Luxus. Diejenigen die \u00fcber eines verf\u00fcgen, teilen es sich mit drei oder vier Personen. Wir sehen Ratten durch die H\u00fctten huschen und fragen uns, wie sich die Lebensmittel die wir verteilen \u00fcberhaupt sicher lagern lassen. Als es bei weiteren Besuchen auch noch zu regnen beginnt und sich die Fl\u00e4chen zwischen den palmenblattgedeckten H\u00fctten mit gro\u00dfen Pf\u00fctzen f\u00fcllen steht schnell die Frage im Raum, wie viele der hier lebenden Menschen die kommende Nacht nicht nur auf dem blanken Lehmboden sondern auch noch in N\u00e4sse verbringen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Begegnungen und Erlebnisse werfen immer mehr Fragen auf. So erfahren wir, dass die Miete f\u00fcr eine winzig kleine 2-Zimmer-Wohneinheit in Ukunda monatlich bei etwa 50 \u20ac liegt, Stromanschluss inklusive. Die Miete f\u00fcr einen ebenso winzig kleinen Laden im trubeligen Marktgeschehen von Ukunda liegt bei einem Mietpreis von etwa 70 \u20ac pro Monat. Die Schulgeb\u00fchren f\u00fcr ein Kind belaufen sich je nach Klasse, Schule und Region auf etwa 25-120 \u20ac pro Quartal. Ein G\u00e4rtner in unserem Hotel wird sch\u00e4tzungsweise um die 150 \u20ac im Monat verdienen. Ein Sicherheitsmann auf dem Land erh\u00e4lt f\u00fcr seine t\u00e4gliche 12-Stunden-Schicht monatlich 100 \u20ac. Wie das alles aufgehen soll bleibt ein R\u00e4tsel.<\/p>\n<p>Doch dann sind da pl\u00f6tzlich diese Momente, die einfach gl\u00fccklich machen und jeden noch so leisen Zweifel vergessen lassen. Nach der Einweihung des Wassertanks an der Oasis Academy in Mamba Village kommt ein hochgewachsener schlaksiger Junge auf uns zu. Er ist eines der ersten Waisenkinder, die an dieser Schule vom Verein unterst\u00fctzt wurden. Inzwischen hat er bereits die weiterf\u00fchrende Schule beendet und zwar so erfolgreich, dass er gute Aussichten auf ein Stipendium an der Universit\u00e4t hat. Er ist extra gekommen, um der Einweihungszeremonie beizuwohnen und um dem Verein Danke zu sagen. Danke daf\u00fcr, dass sich jemand um ihn gek\u00fcmmert hat.&nbsp;<\/p>\n<p>Damit wird deutlich, dass das \u00fcbergeordnete Ziel von \u201eWir helfen in Afrika e.V.\u201c, die Hilfe zur Selbsthilfe, am besten gelingen kann, wenn das Hauptaugenmerk auf der Schulbildung liegt. Langfristig steht die Unterst\u00fctzung insbesondere zweier Schulen im Vordergrund, wobei nicht nur Wert auf eine gute Bausubstanz, sondern auch auf eine warme t\u00e4gliche Mahlzeit, eine&nbsp; gute Wasserversorgung, ausreichend Unterrichtsmaterialien und schlussendlich auch auf eine gute Ausbildung der Lehrkr\u00e4fte gelegt wird.<\/p>\n<p>Am vorletzten Tag unseres Aufenthaltes steht noch ein besonderer Punkt auf dem Programm. Wir besuchen einen Viehmarkt in der etwa 15 km von Mamba Village entfernten Ortschaft Mwangulu. Kajingu, der Vater eines Patenkindes sucht sich in tierischen Markttreiben zwei junge Ochsen aus, dessen Kauf ihm zwei Teilnehmer unserer Reisegruppe erm\u00f6glichen m\u00f6chten. Er ist ein schm\u00e4chtiger Mann, hat sich in beste Sonntagskleidung geworfen und ist aufgeregt wie ein Kind, als wir ihn vor seiner H\u00fctte mit dem Auto abholen. Seine Wahl f\u00e4llt schnell auf ein beiges und ein schwarz-wei\u00df geflecktes Jungtiere und die Freude \u00fcber dieses f\u00fcr ihn unerschwingliche Geschenk ist deutlich sp\u00fcrbar. Es bleibt zu hoffen, dass er die Chance auf ein besseres Leben, die sich ihm und seiner Familie mit dem Besitz dieser Tiere nun bietet, auch wirklich nutzt.<\/p>\n<p>Ich bin unendlich dankbar f\u00fcr die vielen Erfahrungen und Eindr\u00fccke dieser Reise, f\u00fcr die hautnahen Begegnungen und f\u00fcr das Eintauchen in das wirkliche afrikanische Leben. Denn nur so ist es eigentlich m\u00f6glich, ein tieferes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr zu entwickeln, was Hilfe zur Selbsthilfe letztendlich bedeutet; was m\u00f6glich ist, was Sinn macht und wo es auch Grenzen gibt. Entwicklungshilfe ist und bleibt eine Herausforderung, die neben Engagement und finanziellen Mitteln auch gegenseitiges Verst\u00e4ndnis, Geduld und Ausdauer erfordert. Zugleich ist sie so notwendig, um \u00fcberhaupt die Voraussetzungen f\u00fcr ein selbst\u00e4ndiges Leben in Eigenverantwortung schaffen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und zum kr\u00f6nenden Abschluss unserer Reise kommt er dann doch noch: der Regen, auf den schon alle so sehns\u00fcchtig gewartet haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind zur\u00fcck aus Afrika. Hinter uns liegen zwei ereignisreiche Wochen im Kwale District an der s\u00fcdlichen Ostk\u00fcste Kenias. 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