Darwin bis Kununurra: 877 km – macht 7956 km

Wir sind in Kunururra, in unserem vierten Bundesstaat, in Western Australia. Doch der Reihe nach: Nach Darwin ist unser nächstes Ziel der Litchfield Nationalpark, denn wir möchten noch etwas Natur sehen, nach all den Kilometern, die wir auf dem Stuart Highway geradelt haben. So fahren wir teilweise ungeteerte Piste und geteerte Straßen durch den Nationalpark, sehen schöne Wasserfälle, Felder mit Riesen- Termitenhügel und Natur. Die Nächte verbringen wir auf Camps im Nationalpark, die obwohl eher „Basic“, sogar mit Duschen ausgestattet sind. Doch bald zieht es uns weiter, denn zurzeit werden an vielen Stellen im Nationalpark „kontrollierte Feuer“ gelegt und die Luft ist eher rauchig als klar. Schließlich erreichen wir an Freitagabend den Ort Adelaide River, genau passend zur Rodeo- Show. Auf der Fahrt gen Norden waren wir schon auf dem Showground und hatten die Schausteller Renate, John und Joe kennengelernt. Damals hatten Sie uns mit einem Abendessen eine Freude gemacht, als wir kurz vor Dunkelheit auf dem Platz eintrafen. So freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen. Das Rodeo ist super, wir sind begeistert. Auf Samstag und Sontag finden Wettbewerbe im Treiben von Rindern statt, ein „Drover“ (Cowboy) muss dabei in einer bestimmten Zeit ein Tier durch einen abgesteckten Parcours treiben. Nicht so einfach, man erkennt mit der Zeit schnell, wer erfahren ist und wer eher Mühe hat. Am Sonntagabend dann das große Finale: Stierreiten! Eine Show, die bis spät in die Nacht geht und faszinierend ist, zumal wir so etwas noch nie live gesehen haben. Heute ist Uwe´s Geburtstag und dies ist ein richtig schönes Geburtstagsgeschenk. Joe bietet uns an, am Montag mit seinem LKW und Anhänger bis nach Katherine mitzufahren. Das sind zwei Tagesetappen, die wir schon nordwärts gefahren sind und nun dankend annehmen, denn zweimal die gleiche Strecke zu fahren ist nicht so spannend. Endlich geht´s von Katherine aus noch am gleichen Tag nach Westen, nachdem wir unsere Lebensmittelvorräte aufgestockt haben. In fünf Tagen wollen wir Kununurra erreichen, ca. 520 km mit nur einem kleinen Ort dazwischen. Mit Rückenwind und durch schöne, abwechslungsreiche Landschaft geht´s gut voran. „Boab´s“, beeindruckende Bäume, die den Baobabs in Afrika ähneln säumen nach einiger Zeit den Weg. Lange freuen wir uns schon auf diese speziellen Bäume, sie sind einfach schön anzusehen und teilweise über 1000 Jahre alt. Wir übernachten auf „Freecamps“, Rastplätze, die zur Übernachtung genutzt werden dürfen und Wassertanks haben, wo wir unser Wasser auffüllen können. Dazwischen ist der kleine Ort Timber Creek, wo wir auf einer Campsite stehen und uns freuen, wieder mal eine Dusche nutzen zu können. Als wir Kununurra erreichen, gefällt uns der Ort sogleich, denn nach all dem Outback und eher rein zweckmäßig daherkommenden Orten ist dies ein Städtchen, in dem man sich wohlfühlen kann. Es liegt an einem See, ein großer Fluß begleitet die Landschaft, es hat viel Fruchtanbau (u. a.Sandelholz, Mango´s, Bananen) und vor allem hat es sowas wie Infrastruktur und grüne Grasflächen! Ungewohnt und nett anzusehen. Wir verbringen zwei Nächte bei Sharon, die wir über „warmshowers“ kennengelernt haben und verbringen noch zwei Nächte auf einer Campsite um uns noch ein bisschen vorzubereiten auf das, was uns erwartet: Ab morgen fahren wir die Gibb-River-Road. Eine Straße die von Kununurra nach Derby geht, mehr als 700 km lang, fast alles ungeteerte Piste, mit einer Flussquerung, sehr schöner bergiger Landschaft durch die Kimberley- Bergregion und nur zwei Stationen, wo wir Lebensmittel auftanken können. Das ist alles was wir im Moment wissen. Sharon ist die Strecke schon mehrfach mit dem Fahrrad gefahren und nach Gesprächen mit Ihr dachten wir, es ist gar nicht so schwierig. Allerdings sehen wir auch hier in der Stadt und auf der Campsite viele Offroad- Autos mit Offroad- Anhängern und wissen dass es keine einsame Strecke ist. Sharon hatte uns schon die Illusionen genommen, wir würden durch einsame Natur radeln. Diese Strecke ist nur für einige Monate befahrbar, ansonsten ist in der Regenzeit kein Befahren möglich. Und es ist wohl bei vielen Australiern ein begehrtes Ziel, diese Strecke mit dem 4×4 zu meistern. In den Geschäften sehen wir Aufkleber mit dem Slogan: „Wir haben die Gibb River Road überlebt“, oder „Wir haben es gemacht: Die Gibb River Road“.

Tja, da sitzen wir nun und fragen uns: Warum wollten wir diese Strecke fahren? In zehn bis vierzehn Tagen werden wir es wissen. Wenn auch mit gemischten Gefühlen, wir freuen uns darauf!

 

 

 

 

 

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